
Schneewittchen
Beauty Queen
© Zoé Aubry
Von: Nicolas Stemann, nach: Gebrüder Grimm
Inszenierung: Nicolas Stemann
- 22% Jingle Bells
- 60% Proper Fairytale
- 100% Fun Fun Fun
«Wer ist die Schönste im ganzen Land?» – Weil ein sprechender Spiegel diese Frage in den Augen einer von Neid zerfressenen Stiefmutter nicht zufriedenstellend beantwortet, will sie ihre Stieftochter um die Ecke bringen. Die Stieftochter sucht daraufhin Zuflucht bei sieben Zwergen, die die junge Frau auch gerne bei sich aufnehmen – unter der Voraussetzung, dass sie ihnen den Haushalt schmeisst. Doch die Stiefmutter stellt ihr nach und schliesslich gelingt es, ... – Stoppstoppstopp! So wurde diese Geschichte wohl schon zur Genüge erzählt. Aber: Was ist das überhaupt für ein Spiegel, der sich anmasst, in diesem Schönheitswettbewerb den Richter zu spielen? Liegt Schönheit nicht im Auge der Betrachtenden? Und hätten die sieben kleinen Herren Schneewittchen auch aufgenommen, wenn sie keinen Finger in ihrer Männer-WG gerührt hätte? Schneewittchens Vater muss derweil Geld verdienen («Konto, Konto, Kontostand – wer ist der Reichste im ganzen Land?») und kann ihr leider nicht helfen. Ausgehend von kindlichen Erlebniswelten überschreibt Nicolas Stemann das altbekannte Märchen und konfrontiert es mit dem oft absurden Alltag von Kindern und Eltern der Gegenwart. Indem er ein Stück für die ganze Familie inszeniert, erfüllt sich Stemann einen lang gehegten Wunsch. Denn die kindliche Anarchie und die Assoziationsreigen, die all seine Inszenierungen durchziehen, treffen mit dem Märchen auf ein Genre, das vermeintlich Kinder anspricht, dabei aber so manche Frage stellt, auf die auch nur wenig Erwachsene eine gute Antwort haben.
«Zürichs neue Weihnachtsmärchen-Version hebt mit seinem anarchischen Blödsinn und seinem gleichzeitig liebevollen Blick auf die Nöte von Kindern das Genre auf ein bis dahin selten gesehenes Niveau.» (nachtkritik.de, 11.11.2019)
«Schönheitswahn, Organspenden, Klimakrise, Rassismus - in Zürich stellt sich eine Schneewittchen-Inszenierung drängenden Themen. Nicolas Stemann hat das Kindermärchen zur Zeitgeist-Komödie aufgemotzt.» (Spiegel, 11.11.2019)
«Ein Märchen-Patchwork mit einem furchtlos-emanzipatorischen Rotkäppchen (Henni Jörissen) und einem Schneewittchen (Giorgina Hämmerli), das die Zwerge zur Hausarbeit animiert.» (Süddeutsche Zeitung, 11.11.2019)
«Der 10-jährigen Zuschauerin hat der sprechende und tänzelnde Spiegel umso besser gefallen (famos im Silberkostüm: Kay Kysela), der mit der Königin in Streit gerät, weil er ihr nicht das sagt, was sie hören will. Diesem sich duellierenden, irrwitzigen Duo schaut man tatsächlich mit Genuss zu.» (NZZ, 11.11.2019)
«Die sprudelnde, spiel- und verwandlungsfreudige siebenköpfige Zürcher Truppe aber parodiert und rappt und singt (mit ein paar sehr schönen Liedern von Stemann, live begleitet von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel) (…) und bevölkert im fliegenden Kostümwechsel (Marysol del Castillo) eine Mehrzweckbühne (Katrin Nottrodt), auf der man so leicht aus der Verzauberung in die Wirklichkeit plumpsen kann.» (Spiegel, 11.11.2019)
«Viel Liebe für Nicolas Stemann und sein Anti-Märchen!» (Nina Kunz, 11.11.2019)
«Wer wissen will, wie ein emanzipiertes Schneewittchen sein könnte, der blicke auf die Zürcher Pfauenbühne» (NZZ, 11.11.2019)
- Inszenierung
- Nicolas Stemann
- Bühne
- Katrin Nottrodt
- Kostüme
- Marysol del Castillo
- Musik
- Thomas Kürstner, Nicolas Stemann, Sebastian Vogel
- Licht
- Rainer Küng
- Dramaturgie
- Joshua Wicke
- Audience Development
- Nico Grüninger
- Theaterpädagogik
- Patrick Oes
- Produktionsassistenz
- Leila Vidal-Sephiha
- Kostümassistenz
- Iva Ivanova
- Bühnenbildassistenz
- Natascha Leonie Simons
- 2 Stunden
- Uraufführung: 10. November 2019, Pfauen / Wiederaufnahme-Premiere: 4. November 2023, Pfauen
- Pfauen
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- Englische Übertitel
- 🛈 Einführung 30 Min vor der Aufführung am 12.11.
- WIEDERAUFNAHME-PREMIERE
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© Heta Multanen