Ein offener Brief an Zürich
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23. Februar 2021
«School of Resistance» Livestream mit Milo Rau

Die Akademie der Künste, Berlin, präsentiert in der letzten Februarwoche 2021 das filmische Werk von Milo Rau, Related Artist des Schauspielhaus Zürich, im Rahmen der Livestream-Debattenreihe «School of Resistance». In Kooperation mit Milo Rau und dem IIPM (International Institute of Political Murder) streamen wir die ersten vier Tage der Veranstaltungsreihe auf unserer Website. Vom 24. bis 27. Februar 2021 übertragen wir die Diskussionen nach den Filmscreenings live aus der Akademie der Künste. Unter anderem werden auch Orest in Mossul (2020) und Das Kongo Tribunal (2017) gezeigt, die am Schauspielhaus Zürich zu sehen waren.

Auf der Suche nach Strategien des Widerstands gründete Milo Rau im Mai 2020 gemeinsam mit dem IIPM und dem NTGent die global vernetzte «School of Resistance» als Livestream-Debattenreihe. Wie kann Kunst auf Zustände der Krise reagieren? Wie kann sie zu Strategien des Widerstands beitragen? Aktivist*innen und Künstler*innen diskutieren gemeinsam über Kunst als transformatorische, realitätsschaffende Praxis und hinterfragen ästhetische Praktiken des Widerstands, die Bedingungen globaler Kunstproduktion ebenso wie die künstlerischen Strategien des IIPM selbst.

09. Februar 2021
Einfach das Ende der Welt und Medea* zum Theatertreffen 2021 eingeladen

Gleich zwei Produktionen des Schauspielhaus Zürich wurden zum 58. Berliner Theatertreffen eingeladen: Einfach das Ende der Welt nach Jean-Luc Lagarce, inszeniert von Christopher Rüping (Premiere: 3. Dezember 2020, Schiffbau-Halle) und Medea* nach Euripides, inszeniert von Leonie Böhm (Premiere: 19. September 2020, Schiffbau-Box). Somit ist Rüping bereits zum vierten Mal ans Theatertreffen eingeladen und erstmals mit einer Produktion des Schauspielhaus Zürich. Wir freuen uns sehr und gratulieren unseren beiden Hausregisseur*innen herzlich!

Die Jury des Theatertreffens diskutierte im Zeitraum vom 27. Januar 2020 bis 5. Februar 2021 insgesamt 285 Inszenierungen aus 60 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 531 Voten gingen ein und insgesamt 26 Inszenierungen wurden vorgeschlagen und diskutiert. Davon hat die Jury zehn «bemerkenswerte Inszenierungen eines aussergewöhnlichen und herausfordernden Theaterjahres» für die Einladung zum Theatertreffen nominiert.

Neben einer digitalen Festivalausgabe im Mai 2021 sind unterschiedliche Festival-Szenarien in Planung. Details zur Durchführung des 58. Theatertreffens werden im März kommuniziert. Jährlich werden beim Theatertreffen der Theaterpreis Berlin der Stiftung Preussische Seehandlung, der 3sat-Preis sowie zum Festivalabschluss der Alfred-Kerr-Darstellerpreis vergeben.

Pressemitteilung, Theatertreffen 2021: Die 10er Auswahl
 

02. Februar 2021
Brief von Benjamin von Blomberg

Liebes Publikum

Wieder hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Auch hier in der Schweiz wurden die Corona Auflagen verschärft und die Pflicht zum Home-Office ist noch einmal nachdrücklich empfohlen worden. Wenn es also nicht unbedingt notwendig ist, zum Arbeitsort aufzubrechen, sollen alle möglichst zuhause bleiben. Und auch wenn es für uns möglich wäre, weiter zu proben und zu produzieren, und auch weiterhin Geistervorstellungen zu spielen und sie live zu streamen, haben wir entschieden, genau das nicht zu tun. So schmerzhaft das ist: für Sie, aber auch für uns.

Vor allem die Live-Streamings ausgewählter Vorstellungen jeden Donnerstag haben die Nähe hergestellt, die wir uns alle gerade sehr wünschen: zwar räumlich getrennt, aber zumindest doch in einer gemeinsamen Erlebniszeit verbunden zu sein. Die Ansprüche, die wir an diese Live-Streamings gestellt haben, waren hoch: vier Kameras und einen Live-Schnitt durch die Regisseur*innen selbst; es galt, die Liveness und damit auch das Fehlerhafte und Rohe zu betonen, die Aura des: das alles ereignet sich jetzt gerade in diesem Moment, mit Ihnen. Und für Sie. Wir sind wirklich glücklich, dass das Experimentieren mit dieser Form sich für alle Beteiligten gelohnt und derart erfüllt hat.

Jetzt aber muss es in den Augen der meisten unserer Kolleg*innen darum gehen, Kontakte zu reduzieren und Mobilität einzuschränken. Und das tun wir: im Februar pausieren wir die Live-Streamings, den Produktionsbetrieb stellen wir überwiegend ein ---

--- was aber nicht bedeutet, dass wir nicht doch auch weiterhin «geschlossen offen» bleiben werden. Heisst: Ihnen zumindest jeden Donnerstag auch weiter live zu begegnen. Wie wir uns jeweils bei Ihnen melden werden, entscheidet sich im Home-Office und gestaltet sich auch von dort aus. Verbunden mit all den andern Zuhause-Orten, die sich gerade zu vernetzen und beieinander zu bleiben versuchen, werden wir weiter Nähe zu Ihnen aufbauen, Intimität herstellen und befragen, Gemeinschaft betonen und üben.

Diesen Donnerstag machen unsere 8 Hausregisseur*innen den Anfang. Der Autor Tobi Müller kommt mit ihnen ins Gespräch und verhilft dazu, dass sie ihre Standorte bestimmen, ihre Gedanken über die Zeit und zu ihrer Kunst. Am Donnerstag, den 11. Februar geht es dann mit der neuen Gesprächs-Reihe «Tender Talks» weiter. Sie bringt Menschen zusammen, die sich nicht unbedingt von allein zusammen an einen (virtuellen) Tisch gesetzt hätten, aber offen sind, sich verwickeln, um sich annährend verunsichern zu lassen. Sanft gerahmt von der Dramaturgie, die diese Gesprächs-Reihe kuratiert.

Wir freuen uns auf Sie. Passen Sie auf sich auf.

Herzlich,

Ihr Benjamin von Blomberg, Co-Intendant

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