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01. Dezember 2022
Nachruf auf Schauspielerin Christiane Hörbiger

Die Schauspielerin Christiane Hörbiger, während rund 20 Jahren Ensemblemitglied beim Schauspielhaus Zürich, ist gestern Mittwoch im Alter von 84 Jahren in ihrer Geburtsstadt Wien verstorben. Hörbiger, Tochter des berühmten Schauspieler-Ehepaars Paula Wessely und Attila Hörbiger, gehörte zu den erfolgreichsten Schauspieler*innen im deutschsprachigen Raum, wurde vielfach preisgekrönt und war auch als Film- und Fernsehschauspielerin bekannt. Ihr Theaterdebüt gab Hörbiger 1959 am Burgtheater. Gastspiele führten sie auch an die Münchner Kammerspiele und zu den Salzburger Festspielen, wo sie unter anderem im Jedermann von 1969 bis 1972 in der Regie von Leopold Lindtberg spielte. Von 1967 bis 1985 war sie am Schauspielhaus Zürich engagiert und arbeitete hier unter anderem mit Friedrich Dürrenmatt, Werner Düggelin und Benno Besson zusammen.

Zu ihren bekanntesten Rollen in Zürich gehörten 1969 Eve in Kleists Der zerbrochene Krug, 1970 Marthe in Goethes Urfaust und 1972 Marie in Büchners Woyzeck in der Regie von Friedrich Dürrenmatt, 1973 Kate in Cole Porters Kiss Me, Kate (Regie: Horst Balzer), 1975 Elisabeth in Schillers Maria Stuart (Regie: Harry Buckwitz), 1978 Katharina in Shakespeares Die Zähmung der Widerspenstigen (Regie: Gerhard Klingenberg), 1980 Arkadina in Tschechows Die Möwe und 1985 Alte in Ionescos Die Stühle, beide in der Regie von Werner Düggelin und 1983 Gertrud in Shakespeares Hamlet in der Regie von Benno Besson.

28. November 2022
«Der Faust» für Paul Hankinson und Jonas Holle

Die beiden Künstler Paul Hankinson und Jonas Holle wurden für die Musik in Das neue Leben – where do we go from here? mit dem Theaterpreis «Der Faust» in der Kategorie Ton & Medien ausgezeichnet. Der Preis wird seit 2006 vom Deutschen Bühnenverein in Kooperation mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste verliehen. Das neue Leben – where do we go from here? ist eine Inszenierung unseres Hausregisseurs Christopher Rüping, die im letzten Jahr am Schauspielhaus Bochum uraufgeführt wurde und in dieser Spielzeit auch immer wieder bei uns zu sehen ist. Wir freuen uns ausserordentlich über den grossen Anklang, den diese Arbeit erfährt, sowohl bei Fachjurys als auch beim Publikum: die Inszenierung wurde bereits zum letztjährigen Theatertreffen eingeladen (Die Jury schrieb: «Ein mutiger, überraschender, schauspielerisch wie musikalisch virtuoser Abend, der uns bei unserer (post-)pandemischen Sehnsucht nach Begegnung und Neuanfang packt, das Herz meint und ans Herz geht.») und «Der Faust» für Paul und Jonas ist nun die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte. Wir gratulieren herzlich und freuen uns auf die Wiederaufnahme in Zürich im Februar!

 

19. Oktober 2022
Gemeinsam gegen Hass

Vergangenen Sonntag störten  Rechtsradikale eine  Kinderveranstaltung im Tanzhaus Zürich.

„Drag Story Time“, ein Vorleseformat für Kinder (!) von drei bis zehn Jahren, wurde von Rechtsradikalen massiv gestört. Die Künstler*innen und vor allem auch die Gäste des Events wurden stark erschreckt. Das Format vermittelt Diversität, Toleranz und Inklusion und lebt von einem offenen Diskurs über Geschlechteridentitäten und Rollenvorbildern. Wir verurteilen diese Aktion aufs Schärfste und stehen Seite an Seite mit den betroffenen Künstler*innen und Organisator*innen. Wir solidarisieren uns mit dem Tanzhaus Zürich und stehen gemeinsam ein gegen Hass, Ausgrenzung und rechtsradikale Propaganda.

Wir zeigen uns besorgt über derzeitige Eskalationen in Debatten, die mit einer zunehmenden Feindseligkeit geführt werden und sprechen uns für eine Kultur aus, die mit Neugier statt Empörung, mit Zuhören satt Wut und mit Toleranz statt Frust reagiert. Und wo man versucht, aufeinander zuzugehen. Wo Kritik in Form von konstruktiven Debatten geführt werden kann und soll. Wir wollen weiterhin selbst dazu beitragen.

Diese Tat gilt es von allen klar und bedingungslos zu verurteilen.

 

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