VON THOMAS MANN
Regie: BASTIAN KRAFT
Gastspiel Burgtheater Wien
Gastspiel: 6. und 7. Juni 2025
2h 10min, keine Pause
Nur auf drei Wochen ist der Besuch Hans Castorps bei seinem lungenkranken Vetter in einem Davoser Sanatorium zunächst veranschlagt. Sehr bald jedoch lernt er die Enthobenheit und die eigentümliche Zeitlosigkeit in der dünnen Luft zu schätzen: „Die Zeitformen verschwimmen, rinnen ineinander, und was sich als wahre Form des Seins enthüllt, ist eine ausdehnungslose Gegenwart, in der man dir ewig die Suppe bringt.“
Sieben Jahre später reißt ihn der Donnerschlag des Ersten Weltkriegs aus der „Verzauberung“ dieses luxuriösen Refugiums für ein unzeitgemäß gewordenes europäisches Bürgertum und seiner Suche nach Lebenssteigerung in einer „Atmosphäre von Tod und Amüsement“. Eben hatte er noch mit zwei Armeniern, zwei Finnen, einem usbekischen Juden und einem Kurden am „schlechten Russentisch“ gespeist, schon taumelt er in die Schützengräben Europas. Das Buch dieser sieben Vorkriegsjahre, das sich wie sein Protagonist von den Zeitläuften im „Flachland“ scheinbar weit entfernt hält, ist nicht zuletzt die Beschreibung der „großen Gereiztheit“, die diesem europäischen und globalen Flächenbrand vorangeht.




© Burgtheater Wien
«Ein wahrlich beglückender Abend.»
«Bei Regisseur Bastian Kraft sehen wir ein grandioses Ensemble im ausgeklügelten Zusammenspiel von Video und Live-Situation. Und dann erst dieser Schneesturm.»
«Bastian Kraft, schafft es, diese flimmernde, hochintellektuelle und zugleich extrem sinnliche Höhenluft (..) auf die Bühne zu bringen, ohne dabei geschwätzig oder langweilig zu werden.»
«Die Schauspieler:innen auf der Bühne sprechen lippensynchron mit und spielen, oft spiegelverkehrt, miteinander und ihren Film-Alter-Egos. Was hätte kippen können, oder jedes Zusammenspiel auf der Bühne ersticken, entwickelt eine ungeahnte Dynamik – was freilich nicht zuletzt an dem grandios aufspielenden Ensemble liegt.»
«Technisch ist Bastian Krafts Adaption beeindruckend. 1000 Seiten in 130 Minuten: Das muss man erst mal so hinkriegen. Kompakter wird einem der "Zauberberg" nur noch in einer Youtube-Zusammenfassung serviert.»
«Am 'Zauberberg' ist Kinoabend: Regisseur Bastian Kraft baut mit vier Schauspielern mit erstaunlich eingesetzten Videos eine Krankenanstalt für die Welt von damals und heute.»
«Der Clou dieser vollendet kunstfertigen Ausführung ist jedoch (…) die Videoausstattung von Sophie Lux.»