Stadtgespräch
MIT: Mike Müller & Gästen
PFAUEN
Pförtner Mike Müller hat sich bewährt. Und so hält er auch in dieser Spielzeit die Leute auf, die an seiner Loge der ganz anderen Art vorbeikommen. Manche möchten nach getaner Arbeit nach Hause, manche möchten zur Arbeit und nicht aufgehalten werden, und wieder andere möchten sich in dem Haus einmal umschauen und haben ein paar Fragen. Ganz sicher hat Mike Müller ein paar Fragen an die Menschen, die bei ihm vorbeikommen. Offiziell nennt sich das Talk. An der Pforte nennt man es Gequatsche. Das kann ganz ernsthaft sein und ernsthaft unernst. Und über manches kann man gar nicht reden, darüber muss man singen. Aber schauen und hören Sie selbst!
Die PFORTE beginnt jeweils um 20 Uhr und dauert nicht länger als ein schlechtes B-Movie. Es gibt keine Pause, aber danach kühle Getränke zu guten Preisen.
Nr. 1
Ganz sicher hat Mike Müller ein paar Fragen an die Menschen, die bei ihm am 9. Dezember 2025 vorbeikommen. Das kann ernsthaft sein, wenn man eine Politikerin, die für das Stadtpräsidium kandidiert, die Gretchenfrage stellt: Frau Kahriman, nun sag, wie hast du's mit dem Theater? Ganz sicher nicht stellt der Pförtner diese Frage an Karin Pfammatter, Ensemblemitglied am Schauspielhaus. Mit ihr entspannt sich wahrscheinlich ein Gespräch über einen Fetisch aus der damaligen Jugendzeit. So viel sei hier verraten: Das Ausserschweizer Grüezi Mike Müller fuhr als Jugendlicher den gleichen Ski wie die Abfahrtskanone Karin Pfammatter: Blizzard, und zwar deutsch ausgesprochen.
Und dann sind noch zwei Oberwinterthurer, die einen sehr erfolgreichen Podcast machen, für Leute, deren Namen im Word rot unterstrichen sind: Yoldaş Gündoğdu und Serhat Koca sind Kurds & Bündig, und Mike Müller weiss nicht, ob er sie als oberwinterthurer Kurden oder kurdische Oberwinterthurer begrüssen soll oder ob das vielleicht gar nicht so eine Rolle spielt. Yoldaş und Serhat wollen zur Intendanz und haben Grosses vor. Das jedenfalls glaubt der Pförtner.
MIT: Serap Kahriman, Karin Pfammatter, Yoldaş Gündoğdu und Serhat Koca
Nr. 2
Am 31. Januar 2026 kommen Leute vorbei, die sich gegenseitig noch nicht kennen und beim Pförtner-Klatsch sich gegenseitig kennenlernen.
Da ist mal der Stadtpräsidiums-Kandidat Përparim Avdili zu nennen, der trotz Empfehlung der Weltwoche seinen Namen nicht auf Armin Adilli oder Illi ändern liess. Die Appenzellerin Reena Krishnaraja besucht die Pforte, weil der Pförtner sie der Intendanz vorstellen möchte. Die Autorin Katja Früh taucht auf, nicht weil sie als ehemalige Schauspielerin vorsprechen möchte, Gott bewahre (ihre eigenen Worte), sondern weil sie ihr neues Buch vorbeibringt. Ensemblemitglied Florian Voigt singt ein hinreissendes spanisches Kunstlied, bevor er an die Première von STÜTZLIWÖSCH TRE um 20.30 im Schauspielhauskeller geht (Er selbst spielt glorios in STÜTZLIWÖSCH DUE mit) und ganz am Anfang, weil der Pförtner zu spät zum Schichtwechsel kommt, hütet die Ensemblepsychologin und Schauspielerin die Pforte für ein paar Minuten. Der Grund dafür ist ein dramaturgischer Trick. Das ganze Haus findet sie einfach grossartig.
MIT: Përparim Avdili, Reena Krishnaraja, Katja Früh, Florian Voigt, Rahel Hubacher
Nr. 3
Auch am 29. Mai 2026 kreuzen sich im Pfauen wieder die Wege dreier Zürcher*innen, die am Bellevue oder in der Badi womöglich aneinander vorbeieilen würden.
Der Requisiteur Rock Battaglia will eigentlich nur seine Schicht beginnen, beantwortet dem Pförtner dann aber doch noch kollegial ein paar Fragen über den Zirkus, in dem er grossgeworden ist. Die Moderatorin, Performerin und Autorin Fatima Moumouni kommt unter anderem mit ihrem neuen Theaterstück DIE WEISSE MADONNA VON EINSIEDELN vorbei, das seit dem 22. April am Theater Basel zu sehen ist – und Nationalrätin Jacqueline Badran gleich mit einem ganzen bewegten Leben.
Genug Stoff also für eine gute Unterhaltung. Eine musikalische Einlage gibt es trotzdem noch. Doch welche Ensemblemitglied hat sich diesmal den Schlüssel zum Musikzimmer geholt?
MIT: Rock Battaglia, Fatima Moumouni, Jacqueline Badran
Nr. 4
Am 20. Oktober 2026 mit Lara Stoll, der Punkerin unter den Spoken Word Künstler*innen. Wenige bewegen sich so virtuos zwischen Chaos, Comedy und Poesie wie die geborene Schaffhausenerin. Gerade tourt sie mit ihrem aktuellen Solo-Programm durch die Schweiz, nun legt sie einen Zwischenstopp bei Mike Müller ein – in der Tasche auch ihr Buch «Dunni – Scheitern in 6 Teilen». Bücher bringt auch Olivia El Sayed mit. In ihren Texten, auf der Bühne und auf Instagram lässt sie die Verwicklungen, Verwirrungen und Verzweiflungen des Alltags nicht leichter, aber unterhaltsamer aussehen. Vielleicht wurde El Sayed deshalb schon als «Hoffnungsmacherin unserer Zeit» (NZZ) bezeichnet. Mit ihrem Bühnenprogramm «flowery wordis» ist sie über dreissig Mal aufgetreten, hat aber «ausser dem Salami-Chörbli an der Pfungemer Dorfete noch nie etwas gewonnen» (Olivia El Sayed). Wir finden sie trotzdem ganz ausgezeichnet. Genau wie Ensemblemitglied Mouataz Alshaltouh. Am Schauspielhaus ist im Oktober er als Christopher Wren in DIE MAUSEFALLE zu sehen und bald wieder als Tancredi in IL GATTOPARDO. Mit Mike Müller spricht er über die Katz- und Mausspiele auf der Bühne und das Leben jenseits des Theaters, vor der Pforte.
MIT: Lara Stoll, Olivia El Sayed, Mouataz Alshaltouh