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DER GEIZIGE

DER GEIZIGE

von Molière
in einer Bearbeitung von Müller/Sanchez
REGIE: Rafael Sanchez

PFAUEN
PREMIERE: 11.02.2027

«Ach! Mein armes Geld, mein armes Geld, mein teurer Freund! Man hat mich deiner beraubt; [...] alles ist zu Ende für mich, und ich habe auf der Welt nichts mehr zu schaffen: ohne dich vermag ich unmöglich zu leben.»

Harpagon, Familienvater und reich gewordener Pariser Bür­ger, leidet unter dem Diebstahl seiner Geldkassette so sehr wie andere unter dem Verlust ihres liebsten Menschen. Seinen zwei Kindern, jung und verliebt, verbaut er mit seiner schrankenlosen Habgier die Zukunft. Denn für Harpagon ist die Ehe ein reines Finanzgeschäft. Eine Lebenseinstellung, die den Familienzusammenhalt zusehends auflöst und die seine Kinder bald mit allerhand List zu bekämpfen suchen. So verstricken sich nach und nach nicht nur die gefühligen Geliebten der Kinder in die Geschichte, sondern auch weitere Charaktere wie die geschickte Heiratsvermittlerin, der gekränkte Diener und der betrüge­rischer Geldvermittler. Es entfaltet sich ein Spiel rund um die Formel Geld gegen Liebe, in dessen Verlauf der unstillbare Geiz den alten Harpagon trotz aller Komik zum unheimlichen Dämon verformt.

Die Stücke von Jean-­Baptiste Poquelin, der sich als Schau­spieler und Dichter Molière nannte, sind scharfsinnige Beobachtungen der Gesellschaft. Seine Komödie DER GEIZIGE, uraufgeführt 1668 am Théâtre du Palais-­Royal in Paris, verwurzelt sich in der Zeit des Übergangs von Feudalismus zu Kapitalismus und positioniert Gefühle gegen Gewinn­maximierung. So spukt das Gespenst des Kapitals – schon lange vor Marx’ Manifest – in Molières berühmtem Stück. In Rafael Sanchez’ und Mike Müllers Bearbeitung des Klassikers für das Schauspielhaus Zürich zeigt sich, dass dieses Gespenst in unserer Gegenwart noch weit bedrohlicher gewor­den ist als zu Molières Lebzeiten

DRAMATURGIE
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