Kurze Interviews mit fiesen Männern –
22 Arten der Einsamkeit

© Sabina Boesch

Nach David Foster Wallace
Inszenierung: Yana Ross

*** Inhaltliche Warnung: Diese Inszenierung enthält verbale, sexistische und frauenfeindliche Gewalt, die potentiell retraumatisierend wirken kann (Schilderung einer Vergewaltigung) und Live-Sex ***

Bitte beachten: Die Aufführung ist nur für Zuschauer*innen ab 18 Jahren zulässig. Es dürfen keine Fotos gemacht werden. Sie können die Aufführung jederzeit verlassen.

 

David Foster Wallaces Sprache in den Kurzen Interviews mit fiesen Männern eröffnet das Feld für Live-Sex und Mindfuck und trifft dabei auf eine harte Kernfrage: Wie weit können fiese Männer, kann toxische Männlichkeit gehen? Entmenschlichung, als grösste Tragödie der Menschheit verortet Wallace im Privaten, wo sie niemand sieht. Die schmerzlichen Erfahrungen sitzen tief. Von Scham zementiert, fehlt es an Sprache, die zu ihrer Überwindung taugt. Die Inszenierung von Yana Ross wagt es, die Katharsis mit Mitteln der Groteske herauszufordern.

 

Am 8. Oktober, 21:30 Uhr, findet eine Podiumsdiskussion statt. Moderiert von Laura Paetau (Dramaturgin), mit den Gäst*innen: Agota Lavoyer, Opferhilfeberaterin, Netzaktivistin und Expertin für sexualisierte Gewalt, Ilka Quindeau, Psychoanalytikerin und Soziologin und Sibel Arslan, Juristin, Parlamentarierin, seit 2015 im Nationalrat (BastA/Grüne).
 

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Am 23. Oktober, 14:00 - 17:30 Uhr, findet der Workshop »Detox Masculinity« mit dem mannebüro züri statt. Das mannebüro züri setzt sich für die gleichen Rechte aller Geschlechter sowie für eine Gesellschaft ohne Gewalt ein. Max. 49 Personen mit 3G-Regel.

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Am 30. Oktober, 14:00 - 17:30 Uhr, der nächste Workshop »Nonviolent Communication« mit Empathie Stadt Zürich. Empathie Stadt Zürich ist ein Projekt für die Menschen von Zürich. Initiatorinnen Sonja Wolfensberger und Tanja Walliser engagieren sich fürs Zuhören und bieten der Einsamkeit einen Platz am Tisch. Max. 49 Personen mit 3G-Regel.

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«Yana Ross hat Schauspielertheater vom Klügsten geschafft. Sie hat die leichthin als Blut- und Hodentheater verschriebene Ahnung eines Skandals in eine Lektion Menschlichkeit umgemünzt.» (Aargauer Zeitung, 13.09.2021)

«Selten war Theater so verstörend - und damit so stark. Man fühlt sich ertappt, fragt sich: Was tun? Hinschauen oder wegschauen?» (NZZ am Sonntag, 12.09.2021)

«Der Perspektivenwechsel sorgt für Erkenntnis: Porno ist plötzlich Mittel zur Selbstreflexion statt abgestumpfter Konsum. Das ist ziemlich visionär. Und plötzlich fängt die Sache an, wirklich interessant zu werden.» (NZZ am Sonntag, 12.09.2021)

«Das Zusammenspiel von klassischen Schauspielern und den Porno-Akteuren läuft wie geschmiert. Schon nach einer Viertelstunde hat Katie Pears ihren ersten Auftritt – mit Text! Gleicht sie mit ihren glatt gebügelten Haaren und Tattoos ganz dem Klischee einer Erotik-Darstellerin, überrascht ihre Präsenz, die klare Stimme und totale Selbstsicherheit.» (Blick, 13.09.2021)

«Genialer Höhepunkt: Drei Männer sezieren die Probleme der Frauen. Lena Schwarz als Moderatorin sitzt dabei so breitbeinig da, wie es nur Männer können, und reibt sich lustvoll an allem, was sie nden kann: von der Balkonbrüstung bis zum riesigen Bison, der in dieser Cowboy-Wildwest-Umgebung direkt neben ihr steht. Sie ist das brünstige Wesen, während die Herren wie Softie-Abziehbilder daneben sitzen. Großartiger kann man Genderklischees nicht entlarven.» (nachtkritik, 11.09.2021)

«Und es macht Spass, wenn die Möchtegern-Machos als Älpermusikanten auftreten, Michael Neuenschwander den Kontrabass zupft, sie einen Countrysong über die Einsamkeit zum Besten geben oder einen Jodel nach Männerherzens Begehr.» (Tages Anzeiger, 12.09.2021)

«Ross’ Kostümbildnerin Zane Philstrom hat die Männer in pastellfarbige Cowboykostüme – rosa und helltürkis! – mit riesigen Hüten und überspitze Stiefel gesteckt: Sie sind die lächerlichsten Parodien des Western-Mythos, die man sich vorstellen kann.» (Badische Zeitung, 12.09.2021)

«Wenn das männliche Sendungsbewusstsein angeschlagen gärt und fault, bringt es offenbar eine toxische Sprache hervor, die weit anstössiger ist als das bisschen Live-Sex auf der Bühne.» (NZZ, 13.09.2021)

 

Mit Ilknur Bahadir, Conny Dachs, Urs Peter Halter, Michael Neuenschwander, Katie Pears, Lena Schwarz, Julian Gresenz (live Kamera), Knut Jensen
Inszenierung
Yana Ross
Bühne
Karolien De Schepper / Christophe Engels
Kostüme
Zane Pihlstrom
Musik
Knut Jensen
Video
Algirdas Gradauskas
Licht
Christoph Kunz
Intimacy Coach
Kasia Szustow
Dramaturgie
Laura Paetau
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Audience Development
Elsa Horstkötter
Touring & International Relations
Sonja Hildebrandt
Produktionsassistenz
Samuel Petit
Bühnenbildassistenz
Anka Bernstetter / Karl Dietrich
Kostümassistenz
Mona Eglsoer
Inspizienz
Michael Durrer / Aleksandar Sascha Dinevski
Soufflage
János Stefan Buchwardt
Übertitel Übersetzung
Sinikka Weber
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  • 120 Minuten
  • Premiere: 11. September 2021
  • Ab 18 Jahren
  • Deutsch
  • 🛈 Einführung 30 Min vor der Aufführung am 13.09., 15.09., 16.09., 18.09., 30.09.,01.10., 06.10., 08.10., 09.10., 11.10., 14.10. und 15.10.

Bildergalerie & Videos

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Warum ein guter Abend
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Claudio Els, aktives Mitglied des Vereins «Die Feministen», hat die Premiere von Kurze Interviews mit fiesen Männern – 22 Arten der Einsamkeit besucht und teilt seine Erfahrungen zu 120 Minuten Mindfuck und Live-Sex nach David Foster Wallace. Seine Grundhaltung und das Hauptziel des Vereins: Die Feministen sprechen über all das, was Männer bis jetzt nicht hören wollten, nicht hören konnten, sich nicht mehr trauen zu fragen, aber unbedingt lernen und leben müssen.

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