Vor 100 Jahren öffnete der Pfauen als modernes Sprechtheater seine Türen. Seither haben Generationen von Künstler*innen, Theatermacher*innen und Zuschauer*innen diesen Ort geprägt.
Zum Jubiläum begeben wir uns auf Spurensuche: nach Menschen, Geschichten und Begegnungen, nach Ritualen und Traditionen, nach dem Unbewussten und Unausgesprochenen, das ein Theater über Generationen hinweg begleitet. Entdecken Sie mit uns Geschichten, die das Schauspielhaus geprägt haben – und darauf warten, wiederentdeckt zu werden.
20.08.2026
100 Jahre Pfauenbühne: Vom Varieté zur Weltbühne
Wer heute den Pfauensaal betritt, würde kaum vermuten, dass hier einst gekegelt wurde. Um die Jahrhundertwende stand an dieser Stelle das «Volkstheater zum Pfauen», ein Varieté mit Biergarten und Kegelbahn – ein Vergnügungsbetrieb, der mit wechselnden Besitzern und finanziellen Nöten kämpfte, bevor der Pfauen zur Nebenbühne des Stadttheaters am See, dem heutigen Opernhaus Zürich, wurde.
1926 übernahm der Zürcher Weinhändler Ferdinand Rieser das Haus, liess den Zuschauerraum vergrössern und die Bühne zu einer modernen Guckkastenbühne umbauen, die bis heute das Herzstück des Hauses bildet. Vor allem aber gewann das Theater am Heimplatz unter Rieser seine künstlerische und finanzielle Selbständigkeit. Aus dem Vergnügungsort wurde das Schauspielhaus Zürich – eine der bedeutendsten Bühnen für modernes Sprechtheater im deutschsprachigen Raum.
Und heute? Die Kegelbahn ist längst vergessen, die Guckkastenbühne von 1926 steht noch immer, und das Schauspielhaus hat seine Aufgabe nicht vergessen: einen Raum zu schaffen, in dem sich das Schauspiel «völlig frei und ungehemmt entfalten kann unter einer Leitung, die einzig dem Schauspiel ihre Kraft widmet». So hatte es der Vorstand des Zürcher Theatervereins im September 1926 zur Eröffnung der neuen Spielzeit formuliert. Mit der Spielzeit 2026/27 feiern wir 100-jähriges Jubiläum und erinnern an die bewegte Geschichte dieses Hauses.