von Bastian Kraft
nach dem Roman von L. Frank Baum
REGIE: Bastian Kraft
PFAUEN
PREMIERE: 24.10.2026
Ein Wirbelsturm zieht durch Kansas und reisst das Haus der jungen Dorothy, mit ihr darin, hinaus aus einer staubtrockenen Realität, hinein in das schillernde Land Oz. So glitzernd und bunt es dort auch ist, sucht Dorothy fortan den Weg zurück nach Hause. Ein Ort, der scheinbar unerreichbar geworden ist. Was ist eigentlich dieses Zuhause, das nicht nur Dorothy, sondern vielleicht wir alle suchen?
Gefangen zwischen Traum und Realität ist auch der Geist von Judy Garland, die durch das Hollywood-Musical „The Wizard of Oz“ Ende der 1930er-Jahre zur Ikone wurde. Im Schicksal der berühmten Schauspielerin spiegeln sich die strahlendsten, aber auch die dunkelsten Seiten der Traumfabrik: Talent und Trauma, Technicolor und Tablettensucht. In Bastian Krafts Inszenierung tritt also Judy als Dorothy vor die Kamera und singt mit zurückgehaltenen Tränen von einer Sehnsucht, die wir alle kennen – der Sehnsucht, in uns selbst zu Hause zu sein. Denn so wie die Vogelscheuche sich Verstand wünscht, der Blechmann ein Herz und der feige Löwe Mut, wünschen wir uns doch alle, uns selbst zu genügen. Und während Dorothy dem verschlungenen gelben Weg durch Wälder aus Pappmaché folgt, folgen wir ihr – in der Hoffnung, dass der Zauberer auch uns geben kann, was uns fehlt.
Kein Wunder, dass das Land Oz von Aussenseiter*innen bevölkert ist, von queeren Hexen und ehrgeizigen Müttern, autistischen Zauberern und melancholischen Showgirls. Es ist eine Welt, in der plötzlich alle choreografiert zu tanzen beginnen, wie in einem Musical. Und im nächsten Moment den Atem anhalten, weil durch all den Kitsch hindurch der Kinotraum doch von Schmerz durchdrungen ist. Bei Bastian Kraft, der nach seiner Erfolgsinszenierung DIE KLEINE MEERJUNGFRAU endlich mit einer neuen Arbeit ans Schauspielhaus zurückkehrt, wird diese Reise durch das Land Oz zu einer Reise durch einen vielschichtigen Traum – hinein in unsere Abgründe und Ängste, die sich unter Euphorie und Lust verbergen.
♥ Unterstützt von der Schwyzer-Winiker Stiftung