Wetterleuchten
Kino im Schiffbau

An den ersten drei Wochenenden im Juni wird der Garten zum Sommerkino. Gemeinsam mit dem Kino Riffraff & Houdini zeigen wir in der Reihe Wetterleuchten insgesamt neun Filme, die sich zur lebendigen Landschaft des Gartens und, in grösserem Massstab, zum Überleben in der ökologischen Krise in Beziehung setzen. Sie loten Motive der Wildnis aus, erzählen Geschichten von Allianzen über Artengrenzen hinweg (zwischen einem Jungen und einer Schildkröte beispielsweise) und entwerfen ein facettenreiches, wildes, zuweilen queeres und widerständiges Bild von Natur. Das Genre-Spektrum der Filme reicht von phantastischen Animationsarbeiten zu slow cinema, deren Dramaturgie einen Blick einlädt, den man eher aus Landschaftsbetrachungen kennt bis hin zu cineastischen, bildgewaltigen Dokumentarfilmen.

Wetterleuchten I vom 4.- 6. Juni 2021

Wetterleuchten II vom 11. - 13. Juni 2021

Wetterleuchten III vom 18. - 20. Juni 2021

Im Vorprogramm:

«Close Encounters» - Eine Begegnung mit Douglas Adams Die Letzten ihrer Art

Wann haben Sie das letzte Mal ein wildes Tier gesehen? Wann den Atem angehalten, die Bewegungen verlangsamt und nichts anderes gespürt als den Moment der Betrachtung? Ausgehend von dem Buch «Die Letzten ihrer Art» von Douglas Adams begegnen die fünf Produktionsassistentinnen des Schauspielhauses aussterbenden Tieren in Zürich.

Everything Has Seasons
Gartenfest im Schiffbau

Dort, wo früher industriell Schiffe gebaut wurden, wuchert seit dem ersten Lockdown ein Garten in das Getriebe des Theaters hinein. Er lädt zum Verweilen ein und auch zur Kontemplation, wächst in einem anderen Takt als dem des geschäftigen Theaterbetriebes. Abgeschattet und geschützt, erfordert er geduldige Fürsorge und vorsichtige Aufmerksamkeit. Das Theater des Gartens ist leiser und langsamer als die Aufführungen auf der Bühne, es wahrzunehmen erfordert eine Öffnung und Schärfung aller Sinne; die Bewegung, die Choreographie der Pflanzen und Pilze dauert nicht Minuten, nicht Stunden, sondern Jahre und wiederholt sich im Zyklus der Jahreszeiten. In der andauernden Covid 19-Pandemie kann der Garten auch ein Ort zum Nachdenken über Resilienz sein - zu Überlebenskünsten inmitten der Ruinen des Kapitalismus, wie die Anthropologin Anna Lowenhaupt Tsing sie beschreibt.

Everything Has Seasons lädt zur vorsichtigen Feier dieser Lebenskünste und Überlebenskünste ein, dazu, sich der geteilten Welt des Gartens mit allen Sinnen zu öffnen. Und sucht dabei selber nach fruchtbaren Synergien und Kollaborationen mit Akteur*innen der Stadt.