Rimini Protokoll (Haug, Kaegi)

Aktuelle Stücke:

Das dreiköpfige Autoren-Regie-Kollektiv „Rimini Protokoll“ arbeitet seit 2000 in unterschiedlichen Konstellation aus Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel zusammen und entwickelte zahlreiche Theaterformate. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. So inszenierte Rimini Protokoll 2002 mit „Deutschland 2“ eine Live-Kopie einer Bundestagsdebatte aus Berlin mit „237 Bonner Vertretern von Volksvertretern“. 2009 erklärten sie eine Daimler Hauptversammlung zum Theaterstück. Am Schauspielhaus Hamburg inszenierten sie eine „Weltklimakonferenz“ als Simulation eines UN-Gipfels für jeweils 650 Zuschauer, aufgeteilt in 196 Länderdelegationen. Seit 2016 erarbeiten sie die Tetralogie „Staat 1–4“ zu Phänomenen der Postdemokratie, die mit „Weltzustand Davos“ vervollständigt wird.

Rimini Protokoll erarbeitete am Schauspielhaus Zürich „blaiberg und sweetheart19“ (2006), „Uraufführung: Besuch der alten Dame“ (2007) und „Karl Marx: Das Kapital. Erster Band“ (Koproduktion, 2006). In der Gessnerallee war 2012 „100% Zürich“ zu sehen. Für diese Arbeit wurde eine „statistische Kettenreaktion“ genutzt, bei der nach einem bestimmten Modell 100 Personen gefunden wurden, die statistisch die Bevölkerung der Stadt Zürich repräsentieren. Zuletzt waren am Zürcher Schiffbau „Situation Rooms“ (2014) und „Nachlass“ (Koproduktion, 2016) zu sehen.

Rimini Protokoll arbeitet auch im Bereich Hörspiel, Film und Installation. Die Arbeiten entstehen in wechselnden Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie solo.

„Situation Rooms“ wurde 2014 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, 2007 erhielten Haug / Kaegi / Wetzel einen Sonderpreis des Deutschen Theaterpreises „Der Faust“, 2008 wurde ihnen in Thessaloniki der Europäische Theaterpreis in der Kategorie Neue Realitäten verliehen. 2011 wurde das Gesamtwerk von Rimini Protokoll mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig ausgezeichnet. 2015 erhielten Stefan Kaegi und Rimini Protokoll den Schweizer Grand Prix Theater / Hans-Reinhart-Ring.

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