Touringinformation
20/21

Medea*

Nach: Euripides
Inszenierung: Leonie Böhm
Premiere: 19. September 2020
Spielort: Schiffbau-Box

«Die Wut einer Frau ist wie Wahnsinn. Sie fühlte sich in mir wie Wahnsinn an, sie sah für andere wie Wahnsinn aus. Vielleicht würden wir nicht verrückt, wenn sie uns wütend sein liessen.» In Burn it down versammelt die US-amerikanische Autorin und Herausgeberin Lilly Dancyger Stimmen zu Frauen und ihrer Wut. Leonie Böhm stellt diese Wut ins Zentrum eines Abends mit einer Schauspielerin, die auch Mutter ist – Maja Beckmann – und dem Musiker Johannes Rieder. Ausgangspunkt dafür ist die Figur Medea, die in ein Spiel von Intrigen gerät und Herrschaftsverhältnisse zur Sprache bringt. Come rage with us!


Das Weinen (Das Wähnen)

Nach Texten von Dieter Roth
Inszenierung: Christoph Marthaler
Premiere: 20. September 2020
Spielort: Pfauen

Zwei Schweizer Sonderfälle, die vieles gemeinsam haben: Dieter Roth und Christoph Marthaler verbindet beispielsweise eine ausgeprägte Vorliebe für die Verwitterung von Körper, Geist und Schokolade angesichts des langsamen Verstreichens der Zeit. In den späten 1980er-Jahren verschenkte Roth zwei Sonderausgaben seiner Schriften an Christoph Marthaler. Nun, fast 30 Jahre (und Corona-bedingt noch ein paar Monate) später, kommt es zur ersten hochöffentlichen Begegnung von Roth und Marthaler.

In Koproduktion mit Emilia Romagna Teatro Fondazione, Nanterre-Amandiers – centre dramatique national, Bergen International Festival, Théâtre Vidy-Lausanne und International Summer Festival Kampnagel, Hamburg

Unterstützt von Georg und Bertha Schwyzer-Winiker Stiftung und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung


Frühlings Erwachen

Von Lucien Haug nach Frank Wedekind
Inszenierung: Suna Gürler
Premiere (tba): Oktober 2020
Spielort: Pfauen

Wenn Jugendliche und Erwachsene zusammen über Sex sprechen, heisst es schnell – Stopp! Denn: Sex gilt als gefährlich, noch immer. Frank Wedekinds Skandalstück Frühlings Erwachen wurde 1891 in Berlin zensiert, in Zürich jedoch publiziert. Im Frühling haben Regisseurin Suna Gürler und Theaterautor Lucien Haug Wedekinds Text mit jungen Menschen und erwachsenen Spieler*innen für die Gegenwart bearbeitet. Vom Corona-Lockdown unfreiwillig in die Isolation katapultiert, begeben sie sich jetzt wieder in Berührung mit All- und Unwissenheit, und wagen sich in die Gefahrenzone von Scham, Neugierde, Experiment und verspielter Macht, die nicht nur mit sexy Posen auf Instagram oder Instant-Posensex auf Youporn zu tun hat.


Mein Jahr der Ruhe und Entspannung

Nach dem Roman von Ottessa Moshfegh
Inszenierung: Yana Ross
Premiere (tba): Oktober 2020
Spielort: Pfauen

Eine junge Frau beschliesst in einem heissen New Yorker Sommer, für ein Jahr zu schlafen. Sie hat vorgesorgt: Von ihrem Job ist sie freigestellt, die Miete ihres Lofts ist im Voraus beglichen und ihre Therapeutin ist selbst hysterisch genug, ihr Schlafmittel à discretion zu verschreiben. Ein mehrmonatiger Rückzug in die eigenen vier Wände – freiwillig?
Der Roman von Ottessa Moshfegh, Shooting-Star der US-Literaturszene, ist zugleich irritierendes Manifest für den Ausstieg aus der Leistungsgesellschaft und schlafwandlerische Ballade über das Verdrängen und Verdämmern.


Schwestern

Nach Drei Schwestern von Anton Tschechow
Inszenierung: Leonie Böhm
Premiere (tba): Januar 2021
Spielort: Pfauen

In Tschechows Stück dreht sich alles um das Versprechen von Glück. Drei Schwestern und ein Bruder leben in der russischen Provinz und erträumen sich ihr Leben mit einem Umzug nach Moskau herbei – den es nie geben wird. Rücksichtslos und tragikomisch werden Menschen in Situationen beschrieben, die des Handelns unfähig sind. Leonie Böhm fragt in ihrer Inszenierung: Wo bitte geht’s zur Handlungsmacht? Und sucht nach persönlichen und gesellschaftlichen Utopien. Aus wirklicher Freiheit, was liesse sich da gemeinsam aufbauen?


Der Besuch der alten Dame

Von: Friedrich Dürrenmatt
Inszenierung: Nicolas Stemann
Premiere (tba): Februar 2021
Spielort: Pfauen

In Der Besuch der alten Dame nimmt Claire Zachanassian Rache an ihrem Heimatdorf. Seit über 60 Jahren steht die tendenziös überzeichnete, exzentrische Milliardärin auf Bühnen vor uns – Ideenträgerin in einer Parabel über Gerechtigkeit. Aber das Mitgefühl gilt dem Mann, Alfred, der sie geschwängert hat und dann fallen liess und für dessen Tod sie nun eine Milliarde bietet. Am 29. Januar 1956 war am Schauspielhaus die Uraufführung. 65 Jahre später (und noch dazu in dem Jahr, in dem Dürrenmatt 100 Jahre alt geworden wäre) und gute drei Jahre nach Beginn der #MeToo-Bewegung schaut sich Nicolas Stemann das Stück noch einmal an.


Kurze Interviews mit fiesen Männern

Nach dem Roman von David Foster Wallace
Inszenierung: Yana Ross
Premiere (tba): Februar 2021
Spielort: Schiffbau-Halle

Schon lange bevor Männlichkeiten unter Generalverdacht gerieten, liess US-Autor David Foster Wallace, Autor des Mammutwerks Unendlicher Spass, Männer in abgründigen fiktiven Interviews über die literarische Klippe springen.
Regisseurin Yana Ross rückt den Mann zurück ins Zentrum, nur um ihn zum Ausleuchten aufs Podest zu setzen: im intimen Zwiegespräch mit sich selbst, einem (weiblichen*) Gegenüber oder dem eigenen Genital. Lustig, zynisch – und fies.


The Deathbed of Katherine Dunham

Von: Trajal Harrell
Premiere (tba): März 2021
Spielort: Kunsthalle Zürich

Drei Wochen hatten Trajal Harrell und zehn Tänzer*innen den letzten Teil von Harrells grosser Trilogie Porca Miseria geprobt. Dann kam das abrupte Ende. Genau ein Jahr später nun wird The Deathbed of Katherine Dunham zur Premiere kommen und damit die Erinnerung an die renommierte afroamerikanische Choreografin Katherine Dunham, die nicht nur die
Lehrerin von Eartha Kitt, James Dean und Marlon Brando war, sondern auch eine Bürgerrechtsaktivistin, die für die Rechte von Flüchtlingen in den Hungerstreik trat, nach Zürich bringen.

Eine Produktion des Schauspielhaus Zürich in Kooperation mit der Kunsthalle Zürich

The Deathbed of Katherine Dunham ist ein Teil der Trilogie Porca Miseria, beauftragt vom Manchester International Festival, Schauspielhaus Zürich, ONASSIS STEGI, Kampnagel Hamburg, Holland Festival, Barbican and Dance Umbrella, NYU Skirball, Berliner Festspiele & The Arts Center at NYU Abu Dhabi


Ausserdem weiterhin:

Der Mensch erscheint im Holozän (Inszenierung: Alexander Giesche)
Der Streik (Inszenierung: Nicolas Stemann)
Faust I (Inszenierung: Nicolas Stemann)
Früchte des Zorns (Inszenierung: Christopher Rüping)
Juliet & Romeo (Inszenierung: Trajal Harrell)
Leonce und Leonce (Inszenierung: Leonie Böhm)
Schneewittchen Beauty Queen (Inszenierung: Nicolas Stemann)

Detaillierte Touringinformationen auf Anfrage:

Sonja Hildebrandt
+41 44 258 75 35
sonja.hildebrandt@schauspielhaus.ch

Björn Pätz
+41 44 258 71 26
bjoern.paetz@schauspielhaus.ch