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DER KAUFMANN VON VENEDIG

von William Shakespeare





 Pfauen
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Premiere am 21.02.2008
Einen Schuldschein auf ein Pfund seines eigenen Fleisches – ohne Bedenken unterschreibt Antonio diesen existenziellen Vertrag mit dem Juden Shylock. Er verschafft so seinem verschuldeten Freund Bassanio ein Darlehen. Denn sein eigenes Vermögen hat der reiche Kaufmann in Übersee investiert und mit Bedacht auf mehrere Schiffe verteilt. Bassanio will sich mit dem erhaltenen Darlehen als vornehmer Mann von Welt ausstaffieren und Portia, der Herrin von Belmont, einer zweifellos teuren Adresse auf dem Land, die Heirat antragen. Ist Geld hier das Mass aller Dinge? Zumindest scheint im arkadischen Belmont der Weg zur Liebe auch über den Reichtum zu führen. Das Rätselspiel um die Hand Portias verbirgt sich in drei kleinen Schatzkistchen, aus Gold, aus Silber und aus Blei. Nur wer das richtige wählt, in dem ein Bild von Portia verborgen ist, bekommt ihre Hand – und ihre Mitgift.
Während sich die Liebeshändel auf dem Land zum Besten wenden, steht in Venedig Shylock vor Antonio, dessen Schiffe in unglückliche Winde geraten sind, und wetzt das Messer. Vertrag ist Vertrag, da kann auch der Doge nicht intervenieren. Der Jude steht einsam gegen die Gesellschaft der Handelsmetropole. Selbst seine Tochter Jessica hat sich abgewendet und von einem christlichen Verehrer entführen lassen, nicht ohne ihrem Vater Geld zu stehlen. Besessen und in beredter Bitterkeit scheint Shylock fähig, sein Pfand eigenhändig einzufordern. Antonio hat ihn auf der Strasse immer bespuckt und getreten – warum sollte Mitleid gegen Mitleidslose gelten. Da trifft ein Doktor der Rechte ein, der die Akte genau studiert hat. Ist die Rechnung letztlich doch ausgeglichen und bekommt jeder, was er verdient?
Die schlussendlich ertönende Sphärenmusik klingt weniger harmonisch, als es drei glückliche Paare vermuten lassen.
Ein grosser Theatermoment. Badische Zeitung

Danke, Theaterwelt, für die klugen, visionären Regisseure, die es immer wieder schaffen, über eine Verbindung von Intellekt und Unterhaltung Einsichten zu vermitteln, die einen geistig ernähren und doch nie belehren wollen. Und an dieser Stelle könnte man dann Stefan Pucher seinen ersten Regie-Oscar verleihen. Süddeutsche Zeitung

Der deutsche Popregisseur benutzt die vielgestaltige Konstellation des Stücks, um das Funktionieren von Ausschlussmechanismen in der Gesellschaft zu analysieren. Aargauer Zeitung

Die anregende Inszenierung vermeidet eine eindeutige Stellungnahme. Sie versagt sich die moralische Wertung von Täter und Opfer und spiegelt dadurch den aktuellen Konflikt zwischen Integration und Ausgrenzung mit aller Deutlichkeit. SFD

Es ist der Abend eines grossartigen Hunger-Bühler und eines ebenso grossartigen Cornu. Selten waren die beiden derart zurückgenommen, nackt, persönlich zu sehen. Süddeutsche Zeitung

Man muss Fabian Krüger hören. Er ist sensationell. Die perfekte Kabarettnummer. Neue Zürcher Zeitung

Die Bühnenbildnerin Barbara Ehnes baute einen zweistöckigen Zylinder, welcher dem draufgängerischen Bassanio einen stuntreifen Sprung aus schwindelnder Höhe ermöglicht und zudem eine ideale Fläche für Bildprojektionen bietet. Kurz eingeblendete Videobilder heutiger Potentate von Bush über Sarkozy bis Putin in der Galerie der Bewerber um Portias Hand sind witzig eingesetzt. SFD

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