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TARTUFFE

von Molière





 Pfauen
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Premiere am 13.12.2007
Es herrscht Alarmstimmung im Haushalt Orgons: der gut betuchte Bürger hat in der Kirche einen Bettler aufgelesen und in sein Haus eingeladen. Tartuffe, der seine zerschlissenen Kleider hier rasch gegen neue eintauscht, erscheint Orgon wie eine Erlöserfigur, ein Heiliger. Tartuffe lässt es sich gefallen und sich mästen. Er trinkt den Wein schon zum Frühstück und erteilt der gesamten Familie Ratschläge in Sachen moralischer Lebensführung.
Es ist der reinste Karneval: Während Tartuffe seine Rolle bis ins Detail auskostet und Orgons Naivität an grenzenlose Dämlichkeit grenzt, ist es das Personal, das ihn am deutlichsten durchschaut und klare Worte spricht. Dabei gibt sich Tartuffe als fundamentalistischer Frömmler, der kaum in Richtung eines Dekolletés der Damen sehen mag. In Wahrheit hat der Lüstling ein begehrliches Auge auf Orgons Frau Elmire geworfen. Orgons Verblendung ist dagegen ungetrübt. In seiner grotesken Schwärmerei will er Tartuffe sogar mit seiner Tochter Mariane verheiraten, um ihn an sich zu binden, statt diese wie versprochen Valère zur Frau zu geben. Gekränkt durch den empörten Widerstand der Familie treibt er es noch weiter – er setzt Tartuffe als Erben ein und überschreibt ihm Haus und Hof, alles mit Brief und Siegel.
Als Elmire der Kragen platzt und sie ihrem Mann die Heuchelei des salbadernden Hausfreundes vor Augen führt, indem sie scheinbar auf dessen anzügliche Avancen eingeht, geht dem Patriarchen endlich ein Licht auf. Doch Tartuffe, der sich beim König sein notariell bescheinigtes Recht auf Orgons hübsches Heim bestätigen lässt, will die Familie kurzerhand vor die Tür setzen.
Aber dieses Drama um Maske und Täuschung wäre keine Komödie, wenn im fünften Akt nicht ein Kommissar des Königs das Wort ergreifen würde.
«Matthias Hartmann gelingt mit "Tartuffe" in Zürich ein Theatercoup» Die Welt

«Molières Gesellschaftssatire "Tartuffe" wendet sich gegen eine Religion, die zur Diktatur verkommt. Matthias Hartmann macht daraus im Pfauen ein Stück Polittheater. Das Publikum hört es gerne.» Zürcher Landzeitung

«In Zürich, wo der Hausherr Matthias Hartmann die Komödie aus dem Jahr 1664 inszeniert, ist Monsieur Tartuffe ein ziemlich sanfter Zeitgenosse, der zum langen, über die Hose hängenen Sektiererhemd ein elegantes dunkles Sakko trägt, die Haare ordentlich zurückkämmt und den Schnauzbart sorgfältig stutzt. Der Unruhe- und Zappelschauspieler Michael Maertens ringt dem Tartuffe geradezu gespenstige Gelassenheit ab.» Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Molières Stückbau verschränkt sich mühelos mit Hintermeiers Bühne. Denn die Religion des Abwesenden und der silberbesoffene Glamour erzählen beide mehr über die Sehnsüchte des Hausherrn als die Natur des Eindringlings. Über die Sehnsucht nach Geheimnis, Erleuchtung, Abglanz.» Frankfurter Rundschau

«Heissa, was bricht da für ein Applaus los in den Reihen! Wenn dann in der Bergkulisse mit viel Geblöke auch noch ein schwarzes Schaf vorüberzieht, das von drei weissen Schafen vertrieben wird, lacht und jubelt das ganze Schauspielhaus, ist diese Anspielung auf die ausländerfeindliche Wahlkampagne des Rechtspopulisten Christoph Blocher von der SVP doch umso gelungener, als dieser Ende letzter Woche - justamente zur Premiere - aus dem Parlament vertrieben wurde.»Süddeutsche Zeitung


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