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FERNWÄRME

von Reto Finger





 Pfauen/Kammer
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Film
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Premiere am 26.04.2007
«Hast das gehört?» fragt Martha ihren Mann Hans. «Hab's im Bauch gefühlt», antwortet er. Ein Knall, ein dumpfer Schlag – «als wäre was in Stücke gerissen» , sagt Martha. Das ganz alltägliche Treiben in einer ganz alltäglichen Stadt kommt zum Erliegen.
Eine Gasexplosion? Ein Terroranschlag? Oder doch nur ein Fahrradunfall? Eine Strassensperre wird errichtet, ein Bus fährt nicht mehr weiter, niemand weiss Genaues, und jeder sucht sich im Alleingang einen Ausweg.
Ein Ehemann, der seine Wohnung seit Wochen nicht mehr verlässt und Spuren in den Teppich tritt, eine schwangere Frau, die sich von ihrem Partner trennt, ein verunfallter Velofahrer, der sich nicht mehr rührt, ein Müllabfuhrmann mit Kriegserinnerungen, der nach seinem Arbeitskollegen sucht, begegnen sich.

«Fernwärme» ist ein Reigen von Szenen mit wechselndem Personal, erst im Laufe der Zeit wird klar, dass alle Personen in irgendeiner Weise miteinander zu tun haben: Martha und Hans, ihr Sohn und seine mutmassliche Freundin, das ältere Ehepaar und der Polizist. Sie alle hören den Knall, sie alle erleben die diffuse Angst, die sich aus der geheimnisvollen «Sperrzone» heraus ihres Alltags bemächtigt, die Ahnung einer Katastrophe. Auf dem Prüfstand stehen die Belastbarkeit, das Werteempfinden und die soziale Kompetenz von Menschen, denen ihre gewohnten Sicherheiten entzogen werden.

Der Schweizer Autor Reto Finger lebt in Zürich und wurde 2006 mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnet.
Lichtdesign
Samuel Erzinger
«Die Inszenierung von Marc Koralnik verzahnt diese Ausnahmezustände und macht Platz für die Schauspieler. Die diffuse Bedrohung ist im Raum präsent, manifestiert sich atmosphärisch über die Bühnenmaschinerie, über den engen Raum, die Geräusche. Die Schauspielerinnen und Schauspieler können sich also ganz auf die Vielfalt menschlicher Ausnahmezustände konzentrieren; sie tun das virtuos, leise, laut, manchmal sogar komisch und vermitteln so, in einer guten Stunde und in einem kompakten Theaterabend, die ganze Bandbreite an Abgründen und Möglichkeiten, welche die Bedrohung für uns bereithält.» Radio DRS2
«Regisseur Marc Koralnik lässt uns in seiner Inszenierung dieses Endspiels, in dem alles zusammenhängt und nichts passt, durch ein Fenster schauen, das auch ein Spielgel eines gegenwärtigen Gefühls ist: Es ist die Not der Vereinzelung in einer postindustriellen Welt.» Der Landbote

«Koralnik lässt mit Tempo spielen, einige Sätze - grossartig nackte Sätze - führen die Figuren hart an den Abgrund, man möchte sie rettend am Arm packen, ... die Verzahnung der Episoden ist locker, doch sitzt sie, läuft die Angstmaschine erschreckend flott.» NZZ am Sonntag

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