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Auf der Suche nach den Ursprüngen der Schauspielkunst stiess der russische Theatertheoretiker Jewreinow zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ein damals neues psychologisches Verständnis des Nachahmungstriebes als eines lebensnotwendigen Urinstinkts. Nachahmung befähigt uns, mit unserer Umwelt in Kontakt zu treten, eine eigene Persönlichkeit zu formen. In «Väter» erzählen drei Schauspieler von ihren Vätern. Sie erinnern sich als Söhne und erzählen als Schauspieler. Sie erkunden die Zusammenhänge von Theater und Instinkt, Kunst und Leben, Nachahmung und Widerspruch. Hat der Protest gegen die Väter oder deren Nachahmung ihr Leben mehr geprägt? Was passiert,wenn sie als Schauspieler die eigenen Väter spielen? Zwei Letten und ein Deutscher recherchieren ihre eigene und die Geschichte ihrer Väter, entdecken das Vergleichbare und das Unvergleichliche.
Alvis Hermanis sagt: «Ich habe zwei Söhne, mein Vater lebt noch, und ich bin mir sicher, die Beziehung zwischen einem Sohn und seinem Vater ist eines der geheimnisvollsten Dinge dieser Welt.»
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 | | «Alvis Hermanis gelingt ein kleiner Theatercoup. Er zeigt nicht nur, wie stark die Väter das Leben der Söhne bestimmen, sondern lässt ein Grundprinzip des Theaters aufblitzen: Dass Theaterspielen nicht ohne das getreue Nachahmen von Vorbildern geschieht.» MZ |  |
 |  |  | | «Es [das Sück] umkreist Vater-Sohn-Beziehungen einerseits, andererseits das Verhältnis von Realität und Kunst. Der lange Abend beginnt im Plauderton und entwickelt einen Sog, dem man sich gerne überlässt, mit Interesse und Rührung, Sentimentalitäten indessen meidet er. Im Gegenteil sorgt feiner Humor immer wieder für Schmunzeln. (…) Alvis Hermanis erfindet einen sozialen Realismus, den der subjektive Blick seiner Akteure in der Darstellung filtert und verinnerlicht. Wahrheit ist eine flüchtige Essenz. Die Theaterschminke übertüncht sie nicht, sondern schützt sie – denn unter der aufgeklebten Plastic-Haut leuchtet sie hervor. Ungeschminkt.» NZZ |  |
 |  |  | | «Es geht um Rituale und Rebellionen, Weisheiten, Wahrheiten und Lügen. Vor allem aber geht es um den seltsamen Vorgang, dass der Sohn sich vom Vater absetzen will, ihn von vorneherein aber so intensiv nachahmt, dass jeder Kampf gegen den Vater auch ein Kampf gegen sich selbst ist. Mehr als drei Stunden dauert diese Hommage an die Väter, und sie ist derart gespickt mit schillernden Geschichten, dass man noch Stunden zuhören könnte, wie Abolins, Baratinskis und Stokowski sich im Verlauf diverser Sitzungen am Schminktisch in ihre Väter verwandeln.» Süddeutsche Zeitung |  |
 |  |  | | «Die Beziehung zwischen Vater und Sohn, sagt der zweifache Vater Hermanis, ist eines ‚der geheimnisvollsten Dinge dieser Welt’, und wenn man die Überblendung von Theater und Leben, Distanzierung und Zuneigung sieht, glaubt man ihm sofort. Schauspieler erzählen, wie sie wurden, was sie sind: Das ist mal rührend, oft komisch, manchmal auch erschreckend oder peinlich, aber immer nachgetragene Liebe.» Frankfurter Allgemeine Zeitung |  |
 |  |  | | «Ein Abend wie hochprozentiges Wasser. Drei Söhne erinnern sich im Schiffbau an ihre Väter. Natürlich ist ‚Väter’ alkoholfrei, wie die meisten der zahllosen Geschichten. Deren Wirkung aber ist berauschend. Der Geschichtenstrom geht durch uns hindurch. Hermanis arbeitet in der Tradition erzählender Mütter: keine Faxen, Vertrauen schaffe, einfach und aufrichtig sein, das Handwerk nicht verbergen – das Illusionäre des Theaters, es sei eine Illusion. (…) Tatsächlich lebt der Abend aus lauter toten Imitationen, Bildern. Dahinter, wie hinter einem Vorhang aus Privatestem, fliesst es, sammeln sich drei sehr verschiedene Erinnerungsweisen, zu einer Geschichten- Moldau, die gelassen Gurken, Gulag oder Gorleben, Kassel, Leningrad oder Riga und Zuschauer-Erinnerungsmuster mit sich schiebt; unbekümmert um Wahr und Falsch, Leben und Tod. Hauptsache Theater, Mutter aller Dinge.» St. Galler Tagblatt |  |
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