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WENN EINE DOLORES HEISST, MUSS SIE NOCH LANGE NICHT SCHÖN SEIN

Ein musikalischer Theaterabend von Ruedi Häusermann





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Premiere am 25.01.2007
«Lieber Egon», «Paris ist gar nichts», «Vom Nichtskönnen», «Vom persönlichen Wissen», «Von der Wohltat ausgelacht zu werden», «In den Wind geschrieben» – das sind alles Titel von über 300 Kolumnen, die Peter Bichsel in den letzten 30 Jahren verfasst hat. Als «buchstabensüchtig» bezeichnet sich der Solothurner, der den Versuch, das Unbeschreibbare niederzuschreiben, als das Höchste in der Literatur bezeichnet. Dem Meister der Geschichten zur falschen Zeit ist das neue Stück von Ruedi Häusermann gewidmet. Der Schweizer Regisseur, Komponist und Musiker breitet einen roten Teppich für Peter Bichsel aus und verleiht ihm endlich im Schauspielhaus Zürich den verdienten Platz neben Frisch und Dürrenmatt zu. Neukomponierte Musik für ein Streichquartett und eine optisch-poetische Welt, verleihen den teils moralischen, teils messerscharf analysierenden, immer aber zutiefst menschenliebenden und weisen Texten von Bichsel eine besondere und einzigartige Betrachtungsweise der Welt.

Vier Schauspieler und die Musiker des «Weshalb-Forellen-Quartetts» umkreisen die manchmal belehrenden, immer aber poetischen Geschichten. Sie setzen der literarischen konkreten Welt eine musikalische und optische Traumwelt entgegen, ohne dabei ironisch oder korrigierend zu wirken. «Amerika gibt es nicht», die wohl berühmteste Kindergeschichte von Peter Bichsel, führt wie ein leitendes Band durch das Stück, eine Geschichte von früher, eine «Es war einmal...»-Geschichte. Das Ensemble bewegt sich zwischen dieser vergangener Zeit und der Jetzt-Zeit, in der sich eine Lesergruppe Bichsel-Freunde treffen und einander Kolumnen vorlesen. In einer sich laufend verändernden Bühnenwelt, entsteht die von anderen Produktionen bekannte «Häusermannsche Theater-Traum-Welt».
«Der Traum eines Schriftstellers – dass jemand lesen kann, was er schreibt», sagt Peter Bichsel und hat in Ruedi Häusermann den Erfüller seines Traumes gefunden.
Dramaturgie
Rebekka Stutz
«Ruedi Häusermann macht am Zürcher Schauspielhaus grosses Theater rund um Peter Bichsels Kolumnen. Ein Geniestreich!»
Blick

«Das Wie und Weshalb ist für Bichsel und Häusermann keine Kategorie der Betrachtung. Deshalb einfach: An diesem Abend konnten wir wieder fliegen.»
Der Landbote

«Worte erhalten eine neue Dimension: Der Schweizer Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann vereint Texte des Solothurner Schriftstellers Peter Bichsel zu einem musikalischen Abend. Eine traumhafte Verbindung.»
Berner Zeitung
««Wenn eine Dolores heisst, muss sie noch lange nicht schön sein» erinnert in der Stimmung an Becketts verzweiflungsvoll komische Endspiele. Nur ist hier alles eben auf Anfang, muss noch geformt, zurechtgerückt und wieder auseinandergenommen werden. Und da ereignet sich wieder der Zauber, der von Häusermanns (und von Marthalers) Theater der Flüchtigkeit immer wieder ausgeht – wenn für Momente ganz selbstverloren gesungen und musiziert wird, als ob Anfang und Ende sich berührten.(…)
«Wenn eine Dolores heisst, muss sie noch lange nicht schön sein» bietet kein Drama, keine Katharsis, aber ein bisschen ist es wie mit Alice: Das Theater zeigt ein Wunderland, ein Wunderwelttheater. Obwohl die Bühne fast immer leer ist, ist sie für zwei Stunden voll des Lebens.»
Süddeutsche Zeitung
«Wort und Klang, je selbständig, hören einander zu, bis sie liebend zusammengehören. Wie das? Konkret, simpel und ordentlich im weiten Ausprobierraum mit irgendwelchen Geräten. Das Streichquartett knarzt auf den Instrumenten, holt aus Knarzerei Töne, fügt Töne zu einem Melodierest. Die zum Verwechseln gekleideten Schauspieler fügen Buchstaben zu Wörtern. Und beide Seiten merken dasselbe wie wir auf der Tribüne: Das kann ich auch! Es geht hier zu – und zur seligen Erinnerung – wie im sehr erweiterten Kinderzimmer. Der Gummibaum blüht, Möbel rutschen Kratzmusik – und erst die Magie der Plastikeimer! Nichts ist zu gering, uns in Staunen zu versetzen.»
St. Galler Tagblatt

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