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MOTORTOWN

von Simon Stephens





 Schiffbau/Box
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Premiere am 23.11.2006
Danny kommt aus Basra zurück nach England. Im Irak hat er als Obergefreiter für sein Vaterland gedient und gutes Geld bekommen. Zuhause scheint alles seinen normalen Gang zu gehen. Doch von seinem Bruder Lee erfährt Danny, dass seine Freundin Marley ihn nie wieder sehen möchte. Sie war schockiert von Dannys Briefen aus dem Krieg. Danny sucht den Kontakt zu alten Freunden. Aber keiner interessiert sich für die Bilder, die Danny einfach nicht aus seinem Kopf bekommt. Und der Kriegsheimkehrer kommt in die Krise. Von Tom, einem alten Kumpel, kauft er eine halbautomatische Walther P99. Er zwingt Marley, sich mit ihm zu treffen, und er verschleppt die 14jährige Jade, mit der sein Freund Paul, ein ziemlich schmutziges Verhältnis hat. Es beginnt ein 24-stündiger Trip im Leben des jungen Soldaten, der sich immer mehr zuspitzt und gefährlich wird für jeden, der ihm über den Weg läuft.

«Motortown» ist ein Stück über England im Krieg und ein Stück über die Folgen des Kreuzzugs gegen den Terror. Stephens zeigt die Momentaufnahme einer Gesellschaft, die an einem weit abgelegenen Ort Krieg führt und sich sicher wähnt, dass er zu Hause keine Wirkung hinterlässt: «Ich wollte ein Stück schreiben, das finster, widersprüchlich und gewalttätig ist, weil unsere Kultur finster, widersprüchlich und gewalttätig ist. In diesem Sinn habe ich, so gut und so ehrlich ich konnte, ein Stück über England geschrieben.»

Nach «Am Strand der weiten Welt», für das Simon Stephens 2006 in England mit dem Olivier-Award für das beste neue Stück ausgezeichnet wurde, zeigt das Schauspielhaus Zürich wieder das neueste Stück des britischen Autors als deutschsprachige Erstaufführung.
Dramaturgie
Rebekka Stutz
«Das Stück ist eine quälende Nahaufnahme, ein Schlag in die Magengrube, der keine vorschnellen Antworten zulässt.» Neue Luzerner Zeitung

«Mit einem Gewaltsakt zwingt Samir einen Krieg, der sonst immer abstrakt bleibt, in unsere Köpfe. Zu Ende ist da noch lange nichts gespielt.» Der Landbote

«Beim Spiel kann sich Samir auf das ungemein starke Ensemble verlassen. Ein ergreifender Theaterabend.»
Die Südostschweiz
«Zuschauen ist hier wie ein Blättern im Album, doch mit diesen furchtbar guten Schauspielern ungemütlich.(…) Dieses Spiel ohne Begegnung mit einem Text, der nicht erklärend wärmt, mit einer Ausstattung (Volker Hintermeier, Su Bühler), die nicht bedeckt, reduziert sich bis aufs Nackte: Auf ein Panoptikum des Sehens, ohne gesehen zu werden.» St. Galler Tagblatt
«Samir, Sohn irakischer Einwanderer und vor allem als Filmregisseur bekannt, ist Spezialist für Cross-Culture Themen. Seine deutsche Erstaufführung von Simon Stephens’ „Motortown“ schält die Abgründe, Ängste, die Unsicherheiten und vermeintlichen Sicherheiten der Figuren schonungslos heraus. Oliver Masucci als Danny trägt das Stück mit starker Körperlichkeit, die Grenze zwischen Umarmen und Erwürgen verwischt oft bedrohlich. Und doch kaschieren die Muskeln die Wunden der Seele nicht: Zart und hart liegt nah beieinander.» baz
«Es ist das bisher beste Stück Stephens’. Und von Samir auf einer aufs Notwendigste reduzierten Black-Box-Bühne, die von Bühnenbildner Volker Hintermeier entworfen wurde, tough umgesetzt. Der kahlköpfige Oliver Masucci, der mit seinem stählernen Körper an Sylvester Stallone erinnert, scheint in der Rolle des Danny völlig aufzugehen. Die erste Inszenierung von Samir am Zürcher Schauspielhaus wurde vom Publikum mit viel Applaus, aber auch Betroffenheit aufgenommen.» www.kultur-online.net

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