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WÜNSCH DIR WAS

Broadwaytaugliches Musical von Sibylle Berg. Musik von Markus Schönholzer





 Schiffbau/Box
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Premiere am 29.09.2006
Die Götter aller Weltreligionen haben dasselbe Problem: Sie langweilen sich mit den Menschen und sie machen sich Sorgen um sie. Um herauszufinden, wo das Problem liegt, beschliessen sie, sich unter die Sterblichen zu mischen. Sie kommen in die Tristesse einer ganz normalen Familie. Patrik, seine Frau Nicole und Mutter Heidi wünschen sich ein besseres Leben. Die Götter sind eigentlich bereit zu helfen, als plötzlich ein Pudel auftaucht, und damit kommt das Böse ins Spiel. Der Pudel will mit seinem bösen Sohn Ralf die Welt vernichten. Mittels eines kabbalistischen Fluches wird die Schöpfung zerstört werden, wenn es dem kleinen Satan gelingt, sieben Menschen die Seele abzukaufen. Sieben, die Zahl der Erschaffung und Vernichtung, von Leben und Tod, von Freude und Trauer.

Sieben Tage Schöpfungsgeschichte. Sieben Tage im Diesseits. Nach sieben Tagen sollen neugeborene Knaben den Bund mit dem Ewigen schliessen, sieben Tage soll nach der Trauung gefeiert und an jedem Tag sieben Segenssprüche gesagt werden, sieben Tage soll getrauert werden, wenn die nächsten Angehörigen verstorben sind.

Den Göttern ist klar, sie müssen den bösen Ralf ausfindig machen und aufhalten. Doch das ist nicht so einfach. Patrick und Nicole hat Ralf schon gewonnen. Sie wünschen sich eine Villa, viel Sonne, Geld wie Heu und Bedienstete, die in ihrem Garten Filmstars Cocktails servieren. Ihr Wunsch geht in Erfüllung. Sie bekommen eine Supervilla, allerdings in Bangladesch. Als der böse Ralf die sechste Seele gekauft hat, wird es eng für die Götter, und es steht auf Messers Schneide, ob die Liebe im letzten Moment das Böse besiegen kann.
«Wünsch dir was» ist ein richtiges Happy-End-Musical, mit süffigen Songs und Erheiterungsfaktor im Quadrat. Dafür sorgt das erprobte Regie-Musik-Bühnenbild-Team aus der Mass-&-Fieber-Familie Niklaus Helbling, Markus Schönholzer und Dirk Thiele. Stofflich gesehen bewegt sich der gemeinsame Nenner, der beim Musical grösstmöglich sein sollte, in einem überschaubaren, immerhin brandaktuellen Rahmen.» NZZ am Sonntag
«Der Rest ist Show. Und die ist perfekt. Selbst da, wo Pegasus etwas lahmt. Und zwar dank dem grossartig singenden und tanzenden motivierten Ensemble. Dank bunt-schrillen Kostümen von Victoria Behr und Dirk Thieles fantasievollem Bühnenbild. Und vorab dank der abwechslungsreichen Musik von Markus Schönholzer…Mit augenzwinkernder Schamlosigkeit plündert er so ziemlich alle Musikstile, verquickt Big-Sound mit Italo-Schleim, switcht vom Oldie zum Rock, pendelt zwischen Brecht-Song und indischer Worldmusic.
Das fünfköpfige Orchester unter Matthias Stötzel macht das famos und – positiver Unterschied zum Broadway – kammermusikalisch transparent, wenngleich mit dem nötigen Drive. Drive und Tempo bestimme auch Niklaus Helblings einfallsreiche Regie, die nichts auswalzt und breittritt. Ein Besuch im Zürcher Schiffbau erspart demnach die kostspielige Reise nach New York.» Aargauer Zeitung
«Sieben verkaufte Seelen verlangt der diabolische Gott, dann will er die Apokalypse starten. Sein Sohn Ralf (Tonio Arango), der böse, schmierige Beau, kommt zügig voran im Geschäft, bei dem drei plüschige Ameisenbären behilflich sind. Die Gummimenschen mit Schwundhirn, auf die André Meyer spezialisiert ist, unterschreiben den Teufelspakt prestissimo. Einzig Nicole, das Girlie, lässt Hoffnung. Nele Rosetz schenkt der Doofen einen rührenden Charme.
Der Weltuntergang bleibt aus in der Schiffbauhalle 2, das verlangen die Gesetze des Musicals und auch das weiche Herz Sibylle Bergs. Die Liebe machts möglich; trotz enger 2-Zimmer-Wohnung, emotionalem Verschleiss und Altersgebrechen genügt Nicole das kleine Glück mit Ralf. Natürlich droht massiv der Kitsch, auch wenn Berg gelegentlich schwarzhumorige Pointen einstreut.
Die fantasievolle Inszenierung Niklaus Helblings, ein lustvolles Ensemble und Markus Schönholzers Musik, gespielt unter der Leitung von Matthias Stötzel, belüften den gut zweisündigen Abend mit Ironie und bewahren ihn vor dem Absturz. In rosa Licht ist die Bühne fürs Finale getaucht, die Tanzbeine fliegen, die Gesichter strahlen, die Zähne blecken: «Lasst uns die Welt zum Guten drehen…» Tagi

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