Schauspielhaus Zürich



Alles muss weg!
9 Tage urbaner Ausverkauf

Schiffbau/Halle
vom 24. September bis 2. Oktober 2011


Es herrscht Ausverkauf in der Stadt Zürich: Es wird abgerissen, renoviert und aus dem Boden gestampft. Ein neuer Stadtplan entsteht, auf dem sich die Gewichte der Quartiere verschieben. Wo gerade noch der Durchgangsverkehr brummte, findet sich heute eine begehrte Wohnzone, die für viele der Alteingesessenen zu teuer wird. Auch die Kreativwirtschaft verlässt das Industriequartier, weil die Mieten unerschwinglich werden. An den Rändern Zürichs entstehen in den sich am schnellsten entwickelnden Wirtschaftsregionen der Schweiz riesige Wohn- und Büroflächen in einer Geschwindigkeit, mit der Stadtplaner nicht mithalten können oder wollen. Was genau geschieht in dieser Stadt? Wer sind die Akteure in diesem Spiel? Haben die Bürger auch etwas zu sagen? Und wie könnte eine Stadt aussehen, die nicht nur vom Profit bestimmt ist?

Begehbare Stadtinstallation

Während neun Tagen näherte sich eine begehbare Stadtinstallation in der Schiffbauhalle diesen Fragen, indem sie verschiedene Raumsituationen für unterschiedliche künstlerische Handschriften geschaffen hat. In Raum- und Klanginstallationen, Zeichnungen, Video- und Fotoarbeiten beschäftigten sich verschiedene Künstler mit Verkehrsflüssen und Wohnungsnot, Gentrifizierungstendenzen und ihren Widerständen und schafften einen kaleidoskopartigen Blick auf Zürich und Phänomene der Stadtentwicklung – analytisch, spielerisch, nostalgisch oder utopisch.

Extras

Vom 26. September bis zum 1. Oktober fand in der Stadtinstallation zudem jeden Abend ein Extra statt.

Eröffnungswochenende

Am Eröffnungswochenende wurden die künstlerischen Arbeiten durch Performances sowie Vorträge und Diskussionen in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Hochparterre ergänzt. Schauspieler des Schauspielhauses entführten die Besucher auf eine Stadtführung der besonderen Art oder waren als Akteure in einer urbanen Geldwäscherei anzutreffen. Die Zeitschrift Hochparterre untersuchte gemeinsam mit Fachleuten, wie es zu den gegenwärtigen Entwicklungen in Zürich gekommen ist und wohin die Reise dieser Stadt noch führen könnte: Neubauten wurden analysiert und Visionen fürs Glattal präsentiert. Es wurde gezeigt, wie jede Sekunde ein Quadratmeter Land verschwindet. Sollte Zürich sich weiter verdichten? Dies fragten sich die Diskussionsteilnehmer des Städtebaustammtischs am Samstag, bevor der Abend musikalisch ausklang. Am nächsten Tag ging der Blick in andere Länder, wenn Vorträge und Diskussionen um die Frage kreisten: Was kann Zürich von der klassischen europäischen Stadt, was von China und was von den Slums dieser Welt lernen?

Programm am Samstag

11.30 Uhr Eröffnungsvernissage
12.00 Uhr Stadtführung von Anna Papst
12.40 Uhr „blame üt“ – Performance von Anca Munteanu Rimnic mit Klaus Brömmelmeier, Isabelle Menke und Nicolas Rosat
13.00 Uhr „Zürich, abgerissen und neu gebaut“ – Vortrag von Axel Simon
14.00 Uhr „Eine Vision für das Glattal“ – Präsentation der Architektengruppe Krokodil
15.00 Uhr „blame üt“ – Performance von Anca Munteanu Rimnic mit Klaus Brömmelmeier, Isabelle Menke und Nicolas Rosat
15.30 Uhr „Dichte oder Zersiedelung?“ – Vortrag von Benedikt Loderer
16.30 Uhr „Hongkong an der Limmat“ – Vortrag von Emanuel Christ und Christoph Gantenbein
17.30 Uhr Stadtführung von Anna Papst
17.50 Uhr „blame üt“ – Performance von Anca Munteanu Rimnic mit Klaus Brömmelmeier, Isabelle Menke und Nicolas Rosat
18.30 Uhr „Zürich: Was geht noch rein?“ – Am Städtebaustammtisch diskutieren Annette Gigon, Hanspeter Guggenbühl, André Odermatt, Carmen Walker Späh, Philip Ursprung; Moderation Rahel Marti
20.30 Uhr Konzert GUZ & Die Averells
22.00 Uhr Party mit DJane Eve of Destruction mit Gordon Bleu

Programm am Sonntag

13.00 Uhr Stadtführung von Anna Papst
13.20 Uhr „blame üt“ – Performance von Anca Munteanu Rimnic mit Klaus Brömmelmeier, Isabelle Menke und Nicolas Rosat
15.00 Uhr „Ist die traditionelle Stadt noch zeitgemäss?“ – Vortrag von Nicola Braghieri
16.00 Uhr „China als Vorbild?“ – Vortrag von Falk Kagelmacher
17.00 Uhr „Kann Zürich von den Slums dieser Welt lernen?“ – Vortrag von Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner
18.30 Uhr Stadtführung von Anna Papst
18.50 Uhr „blame üt“ – Performance von Anca Munteanu Rimnic mit Klaus Brömmelmeier, Isabelle Menke und Nicolas Rosat
19.30 Uhr „Ist Zürich dicht (genug)?“ – Diskussion mit Patrick Gmür und Richard Wolf; Moderation Axel Simon


Konzept Lukas Bärfuss, Katja Hagedorn, Bettina Meyer, Anja Kerschkewicz, Nadia Schrader
Mit Arbeiten und Projekten von Georg Keller, Anja Kerschkewicz, Annabel Lange, Bettina Meyer, Anca Munteanu Rimnic, Barbara Pfyffer, Nadia Schrader u.a.

Partner des Schauspielhauses Zürich

Magazin/Blog RSS

Expand/Collapse