Schauspielhaus Zürich



Meer

von Jon Fosse

Deutschsprachige Erstaufführung

Regie Barbara Frey / Bühne Muriel Gerstner / Kostüme Bettina Walter
Mit Henrike Johanna Jörissen, Hans Kremer, Stefan Kurt, Claudius Körber, Susanne-Marie Wrage, Jirka Zett

Besetzungsliste

Ein Mann, der nicht müde wird zu sagen „Ich bin der Kapitän“, kommandiert ein Schiff, welches womöglich eine Erinnerung ist oder die Sehnsucht nach Identität. Ein anderer Mann, der nicht müde wird zu sagen „Ich bin der Gitarrenspieler“, spielt Luftgitarre für alle, die die schönste Musik hören wollen. Der Kapitän erkennt in einem älteren Paar seine lang vermissten Eltern, jedoch erkennen sie in ihm nicht ihren verlorenen Sohn und fürchten sich. Ein junger Mann beschwört eine junge Frau, dass sie ihn nie verlassen dürfe, sie jedoch fühlt sich magisch zu den Klängen einer Gitarre hingezogen, die er nicht hören kann. Die archetypischen Figuren treiben zeitlos auf einem Weltmeer, in einem mystischen Raum zwischen Dasein und Tod, Ort und Nicht-Ort, Sprache und Schweigen. Das menschliche Unvermögen, sich und den anderen wahrhaftig zu erkennen, die unerhörte Sehnsucht, dem Alleinsein zu entkommen, und die machtvolle, tröstliche Existenz einer Sphäre des Nicht-Sichtbaren, des Unsagbaren bringt Jon Fosse zur Sprache.

Der Norweger Jon Fosse gehört zu den meistgespielten zeitgenössischen europäischen Dramatikern. Zudem ist er seit 1983 als Autor von Romanen, Lyrik, Libretti und Erzählungen tätig. Für seine Werke erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Jon Fosses Stücke sind leise, unaufdringliche, pausendurchsetzte und wortkarge Texte, scheinbar ereignislos – und doch kreisen seine Figuren um Existenzielles und zwingen den Zuschauer zur Innenschau. „Meer“ bezeichnet der Autor, der fortan nur noch „langsame“ Prosa schreiben möchte, als sein letztes Theaterstück. Am Schauspielhaus Zürich waren bereits zahlreiche seiner Stücke zu sehen, darunter „Die Nacht singt ihre Lieder“ (2000, Regie Falk Richter), „Der Gitarrenmann“ (2001, Regie Christoph Marthaler), „Ich bin der Wind“ (2009, Regie Matthias Hartmann) sowie „Schönes“ (2013, Regie Werner Düggelin).

Barbara Frey beschäftigt sich nach ihrer Inszenierung von „Winter“ (2006 am Theater Basel) zum zweiten Mal mit dem Autor Jon Fosse.


Michael Maertens schreibt im Schauspielhaus-Journal über sein Idol Hans Kremer, der in „Meer“ den älteren Mann spielen wird.



Audio-Einführung zu „Meer“:

Pressestimmen

Pfauen
Mo, 13. Juni 20:00 – 21:15 Uhr
Karten Zum letzten Mal

Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung!

Unterstützt von Credit Suisse

Partner des Schauspielhauses Zürich

Magazin/Blog RSS

Expand/Collapse