Schauspielhaus Zürich



Fantastische Fahrten

Ein Lesezyklus von und mit Werner Morlang und Schauspielern des Ensembles

Wo das Kaffeehaus ist, ist auch Europa, hat George Steiner einmal behauptet. Jedenfalls haben sich in solchen Lokalitäten der europäischen Metropolen einige der originellsten Köpfe eingefunden. Vor allem die Wiener Cafés erwiesen sich als Treibhäuser exquisiter literarischer Gewächse, die bis heute unverwelkt geblieben sind. In ihrem geist- und rauchgeschwängerten Klima gediehen jähe Gedankenblitze, witzige Einfälle, geschliffene Aperçus, hinterhältige Bosheiten und vor allem Texte, die oft mehr Tiefsinn und eine feiner gearbeitete Prosa offenbaren als manch gefeiertes Gebilde der „hohen“ Literatur. Kein Wunder, dass Alfred Polgar das von ihm bevorzugte Café Central schlicht „eine Weltanschauung“ nannte.

Neben dem glänzenden Stilisten Polgar hielt Peter Altenberg im Café Central in poetischen Skizzen fest, was der Tag ihm zutrug. Anton Kuh bezog daselbst Anregungen für seine berühmten Stegreifreden. Hier frönte der Schauspieler und Kulturhistoriker Egon Friedell der „wahrscheinlich furchtbarsten und fruchtbarsten Leidenschaft“: dem Denken. Der Spannungsromancier Leo Perutz mochte nicht einmal an seinem Hochzeitstag auf dieses Fluidum verzichten, das dem Spätling H.C. Artmann, Stammgast des Cafés Hawelka, eines seiner schönsten Dramolette eingab. In Friedrich Torberg fand das legendäre Geschehen einen Chronisten, der mit seiner „Tante Jolesch“ ein Sammelsurium von Anekdoten vorlegte.

Nach den „Fantastischen Fahrten“ geht Werner Morlangs beliebter Lesezyklus in der Kammer nun in die fünfte Runde. Auf seiner Exkursion in abgelegene literarische Gefilde ist rundweg Erheiterung angesagt und auch diesmal wird die spätabendliche Lustbarkeit mit erlesenen alkoholischen Getränken unterspült werden.

In Zusammenarbeit mit Glen Fahrn

Partner des Schauspielhauses Zürich

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