DEN SCHLÄCHTERN IST KALT oder OHLALAHELVETIA

von Katja Brunner

Uraufführung

Regie Barbara Falter / Bühne Dominik Freynschlag / Kostüme Noelle Brühwiler

Es ist die eigenwillige, unverblümte und poetische Sprache, mit der sich die junge Schweizer Autorin Katja Brunner in ihren Texten gesellschaftsrelevanten Themen annähert und sich diese erschreibt – ob es sich um Kindesmissbrauch, den Umgang mit alten Menschen oder die Auseinandersetzung mit dem Mythos Schweiz handelt. Schonungslos lenkt sie den Blick dorthin, wo es mitunter wehtut, wo Dinge stillschweigend aus dem Lot geraten und hinterfragt werden müssen. Sie schürft tief im menschlichen Abgrund und schafft es dabei doch immer, auch das Komische darin zu entdecken. Ihr neustes Stück schreibt sie für das Schauspielhaus Zürich.

„EIN TEXT, DER DAVON HANDELT, DASS DIE LEBHAFTIGKEIT IM LEBEN VERSIEGT.
EIN TEXT ÜBER DAS GEHEIMNIS DER LIEBLOSIGKEIT, DIE IN HERZEN HOCKT UND DARAUF BAUT, DEN GESAMTKÖRPER ZU BEFALLEN.
EIN TEXT ÜBER DAS ABLAUFDATUM DER GUTMÜTIGKEIT.
EIN TEXT ÜBER DIE NOTWENDIGKEIT VON TEXT. EINER, DER SICH HINANSCHMIEGEN WILL AN DIE SEELEN, SIE ABER NICHT FINDET.
EINER, DER VON EINER VERLORENHEIT SPRICHT IN DEN STUNDEN, WIE WIR SIE ALLE KENNEN, DIE SCHLAFLOSEN ODER DIE GANZ FRÜHMORGENS, AUS VERSEHEN ERWACHT UND DA DRÜCKT EIN GEWICHT AUF DIE BRUST, ES DRÜCKT HINUNTER TIEF IN DIE MATRATZE, FEDERKERN GEQUETSCHT UND ALLE AMBITIONEN SIND GEWICHEN. EIN TEXT FÜR DIE LIEBE UND DEN TROST.
EIN TEXT ÜBER EIN SCHWEIZER KOLLEKTIVDELIRIUM.
EIN TEXT ÜBER DIE GEWISSENLOSIGKEIT, ÜBER DELIRIEN DURCH WOHLSTAND, DIE SEELENKRAFT, ÜBER TANNHÄUSER, STAUBSAUGER, DIE TRAURIGKEIT VON KÜHLSCHRANKMAGNETEN (einzeln), DEINE MUTTER, MUTTERSCHAFT IM GANZ ALLGEMEINEN.
EIN TEXT ÜBER GEMEINSCHAFTEN, DIE KEINE SIND. VIELLEICHT GERNE WELCHE WÄREN.“ Katja Brunner

2013 gewann Katja Brunner mit ihrem Debüt „Von den Beinen zu kurz“, das sie mit 18 Jahren geschrieben hat, den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis und im selben Jahr wurde sie in der Kritikerumfrage von der Zeitschrift Theater heute zur besten Nachwuchsautorin gewählt. 2014 schrieb sie ein Dramolett für das Autorenfestival „Transit Zürich“ des Schauspielhauses Zürich. Ebenfalls am Schauspielhaus war sie in den letzten zwei Spielzeiten mit einem Autoren-Special vertreten.

Bereits in der vergangenen Spielzeit inszenierte die junge Regisseurin Barbara Falter einen Text, der im Auftrag des Schauspielhauses Zürich entstanden ist: „Der thermale Widerstand“ von Ferdinand Schmalz, der zu den Mülheimer Theatertagen 2017 eingeladen wurde.

Pfauen/Kammer

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