Sweatshop – Deadly Fashion

Uraufführung

Regie Sebastian Nübling / Bühne Dominic Huber / Musik Lars Wittershagen

Die millionenfach gestreamte norwegische Webserie „Sweat Shop – Deadly Fashion“ begleitet die drei jungen ModebloggerInnen Anniken, Frida und Ludvig in die Textilfabriken von Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. In stickigen Fabriken müssen sie die Kleider, die sie später zu Discountpreisen in den Einkaufstempeln ihrer Heimat kaufen und im Internet zur Schau stellen, selbst nähen. Sie übernachten bei den Näherinnen, kaufen mit dem wenigen Geld, das sie verdienen, ein und kochen für die Gastfamilien. In aufwühlenden Szenen stehen die gutaussehenden und trendbewussten Teenager vor der Frage, welche Verantwortung sie als junge Privilegierte einer Industrienation zu tragen haben, angesichts des ignorierten Leids Gleichaltriger in den Schwellenländern. Aufgerüttelt durch ihre Erfahrungen beschliessen sie, an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Einsatz für das Gute und Gerechte entwickelt sich rasch zum kafkaesken Irrlauf auf den Teppichetagen der Grosskonzerne.

Basierend auf Motiven der Serie entwickelt Sebastian Nübling in Zusammenarbeit mit jugendlichen DarstellerInnen des jungen theater basel und dem Ensemble des Schauspielhauses Zürich ein dokumentarisches Theaterstück, wofür der Bühnenbildner Dominic Huber eine Welt vor und hinter dem schillernden Catwalk entwirft und das Publikum durch den Pfauen und die Räume hinter den Kulissen wandeln lässt. Eine Wanderung ins Herz der Finsternis der globalisierten Modeindustrie und zugleich ein Beitrag zur Debatte um die anstehende „Konzernverantwortungsinitiative“.

Mit „In Formation“, einem Projekt zur laufenden Krise in der Schweizer Medienwelt, hat Sebastian Nübling bereits in der Spielzeit 2016/17 eine Theaterproduktion zu einem aktuellen wirtschaftlichen Phänomen auf Grundlage dokumentarischer Recherche entwickelt. Mit dem renommierten jungen theater basel und dessen Arbeit mit jugendlichen Laien verbindet Nübling eine langjährige Arbeitsbeziehung. Viele ihrer Projekte wurden zu internationalen Theaterfestivals eingeladen. Wiederholt entstanden Produktionen in Zusammenarbeit mit professionellen Ensembles, u. a. das Tanztheaterprojekt „S A N D“ am Schauspielhaus Zürich und zuletzt „Zucken“ von Sasha Marianna Salzmann am Maxim Gorki Theater Berlin.

Pfauen

Koproduktion mit dem jungen theater basel

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