Mass für Mass

von William Shakespeare

Regie Jan Bosse / Bühne Moritz Müller / Kostüme Kathrin Plath / Musik Arno Kraehahn

 
Regie Jan Bosse
Bühne Moritz Müller
Kostüme Kathrin Plath
Musik Arno Kraehahn

„Mass für Mass“ ist Shakespeares späteste und zugleich dunkelste Komödie. Sie spielt in Wien, einem Ort der Laster und Ausschweifungen, wo Ganoven und Zuhälter ihre Geschäfte machen, die Mörder zu bemitleiden und Trunkenbolde wie Puffmütter die Sympathieträger sind. Der Herzog der Stadt heisst Vincentio. Er legt die Gesetze locker aus und lässt Gnade vor Recht walten. Nun will er sich zurückziehen und die Regierung seinem Statthalter überlassen. Angelo seinerseits waltet mit rigoroser Strenge. Er verschärft die Gesetze, fordert puritanisch die Einhaltung von Tugend und Moral und will sogar den jungen Claudio verurteilen, der mit seiner Verlobten ein uneheliches Kind erwartet. Ein Vergehen, wofür Angelo ungeachtet aller Umstände die Todesstrafe fordert. Verzweifelt versucht Claudio sein Leben zu retten und bittet seine Schwester Isabella, die im Begriff ist, ins Kloster einzutreten, vor Angelo um Begnadigung zu flehen. Beim Anblick Isabellas geraten Angelos erzkonservative Vorstellungen von Recht und Moral in Widerspruch mit seinen eigenen Gefühlen. Er verliebt sich in die junge Frau, nur macht ihn das nicht zu einem besseren Menschen, stattdessen sucht er seine Sehnsucht nach Isabella mit einer unglückseligen Erpressung zu erfüllen und macht ihr ein unmoralisches Angebot: Für eine Liebesnacht mit ihr begnadigt er Claudio. Ebenso wenig jedoch lässt sich Isabella von ihren Prinzipien abhalten und verweigert den Deal – selbst wenn ihr Bruder dafür in den Tod gehen muss. Schliesslich greift der Herzog ein. Er hat die Stadt nie verlassen, die Lage als Mönch verkleidet beobachtet. In einem komplizierten taktischen Spiel gleicht er als gerechter Politiker die Widersprüche aus, die sich in der katastrophalen Verbindung zwischen fanatisch ausgelegten Prinzipien, Machtgefügen und politischen Verfügungen ergeben haben und vereint zum Schluss alle. Doch seine Lösung ist ebenso hemmungslos wie bitter: Um Mass mit Mass zu vergelten, verheiratet er die Täter mit den Opfern und nimmt die Nonne Isabella zur Frau.

Jan Bosse inszenierte Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ am Wiener Burgtheater als entfesselte Single-Komödie und machte „Was ihr wollt“ am Thalia Theater Hamburg zum Biotop der Grossstadtneurotiker. In seinem gefeierten Zürcher „Hamlet“ sass das Publikum in der zum Festsaal umfunktionierten Schiffbauhalle am königlichen Staatsbankett. 2016 führte er, ebenfalls im Schiffbau, die Zuschauer in Arthur Millers „Hexenjagd“ zu einer wahnhaft-religiösen Dorfgemeinde in einer entlegenen Waldlichtung.

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