Hello, Mister MacGuffin!

von René Pollesch

Uraufführung

Regie René Pollesch / Bühne und Kostüme Anna Viebrock

 
Regie René Pollesch
Bühne und Kostüme Anna Viebrock

„Es gibt ihn in fast jedem Film. Es ist der Falke aus dem ‚Malteser Falken‘, es ist der Tesserakt aus den ‚Avengers‘. Es ist immer das Ding, um das die Schauspieler auf der Leinwand besorgt sind, aber um das sich das Publikum wenig schert. Alfred Hitchcock hat ihm seinen Namen gegeben. Es ist ein Gegenstand, der seine Prominenz also seiner Bedeutungslosigkeit verdankt. Der MacGuffin wird gegen Ende des Films auch für die handelnden Personen ziemlich irrelevant. Und das würde ich gerne verhindern. Ich bin schliesslich ... also mein Name ist MacGuffin.“ René Pollesch

Die Stücke von René Pollesch sind avantgardistische Komödien, die er speziell für das jeweilige Ensemble entwickelt. Das Spiel mit schnellen Rollenwechseln, Verwechslungen und ständigen Sprüngen zwischen vor und hinter der Bühne und Polleschs eigentümlicher Sprachwitz sind typisch dafür. Verwoben mit Zitaten aus Slapstick, Revue und Filmklassikern untersuchen die Inszenierungen – obgleich hochkomisch – soziologisch wie philosophisch konkrete Phänomene aus Bereichen wie Liebe, Alltag und Arbeit in Zeiten des Kapitalismus. Die Gedanken von Robert Pfaller, Slavoj Žižek oder Diedrich Diederichsen finden in Polleschs rasant-assoziativem Stil Widerklang, aber auch Psychoanalyse und Filmtheorie prägen seine Theatertexte. Ein Geldkoffer, ein hochbrisantes Regierungsgeheimnis oder ein rätselhafter, namenloser Gegenstand, sie alle könnten der perfekte MacGuffin sein. Er ist einer der berühmtesten Kniffe in Krimi-Plots, bekannt geworden durch die Filme von Alfred Hitchcock. Es handelt sich um ein dramaturgisches Ablenkungsmanöver. Ein anfänglich handlungstreibendes Element verliert im Verlauf der Geschichte seine Bedeutung und macht Platz für das „Eigentliche“.

René Pollesch inszeniert als Autor und Regisseur in Zürich regelmässig Uraufführungen. Die mittlerweile achte Arbeit am Schauspielhaus bringt ihn zurück in die Box, wo 2012 „Macht es für euch!“ und 2015 „Love/No Love“ zu sehen waren. Unter den Zürcher Arbeiten mögen neben dem wiederkehrenden Sprechchor auch das spektakuläre Holzschiff von Bert Neumann aus „Herein! Herein! Ich atme euch ein!“ (2014) oder der Brecht’sche Bühnenentwurf von „Bühne frei für Mick Levčik!“ (2016) in Erinnerung geblieben sein. Für „Hello, Mister MacGuffin!“ arbeitet Pollesch nun zum ersten Mal mit der in Zürich bestens bekannten Bühnenbildnerin Anna Viebrock zusammen.

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