Weltzustand Davos (Staat 4)

von Rimini Protokoll

Uraufführung

Regie Rimini Protokoll (Haug / Kaegi / Wetzel) / Bühne Dominic Huber

 
Regie Rimini Protokoll (Haug / Kaegi / Wetzel)
Bühne Dominic Huber

Jedes Jahr im Januar treffen sich über 2500 CEOs, MinisterInnen und StaatspräsidentInnen, AkademikerInnen aus Eliteuniversitäten und ManagerInnen von milliardenschweren Fonds auf 1500 Metern über dem Meeresspiegel, im verschneiten, von der Schweizer Armee bestens bewachten Städtchen Davos, um dort während vier Tagen die Lage der Welt zu besprechen. Der private Verein „World Economic Forum“ (WEF) lädt zu seinem „Annual Meeting“, bestimmt die Gästeliste, die Themen, die „speakers“ und schafft die weltbeste Networking-Plattform für eine liberale und globalisierte Welt. 300 programmierte Sessions bilden das Rückgrat dieser Konferenz. Viel wichtiger sind aber die verabredeten 15-minütigen Treffen unter vier Augen in einer der schlichten Kammern, das zufällige Aufeinandertreffen in den Fluren, das gemeinsame Bier bei der „Indian Night“ oder die unzähligen anderen Empfänge, die sich wie Trauben an das offizielle Veranstaltungsprogramm heften. Davos verändert sich für diese vier Tage komplett: Nahezu jedes Verkaufslokal an der Hauptstrasse räumt seine Auslage und vermietet seine Räumlichkeiten an eine Firma oder eine global agierende Bank. Wer sind die Menschen, die keine Kosten scheuen, um vier Tage Power-Networking zu betreiben? Und wie sieht so ein Tag in Davos aus? Wen lohnt es sich zu treffen und wohin zielt dieses „decision making“ aktuell? Mit „Weltzustand Davos“ installiert Rimini Protokoll eine Modellsimulation des WEF und verwandelt die Box in das Forum der Mächtigen, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Zustand der Welt zu verbessern.

Weltzustand Davos ist der vierte und letzte Teil der Serie „Staat 1–4“, mit der sich Rimini Protokoll auf eine Recherche in die Felder ausserhalb dessen begibt, was heute von Nationalstaaten organisiert und kontrolliert werden kann. Rimini Protokoll schaut zurück auf das Wesen der Gewalten, deren Teilung einmal die wesentlichen Mechanismen zur Kontrolle des staatlichen Gefüges strukturieren sollte. Inwieweit sind diese Gewalten noch in der Lage, die entscheidenden Impulse zu geben, um auf die Veränderungen zu reagieren, denen die Gesellschaften ausgesetzt sind?

Schiffbau/Box

Neben Staat 4 werden weitere Teile der Serie „Staat 1–4“ in Zürich zu sehen sein.

„Staat 1–4“ ist eine Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt, den Münchner Kammerspielen, dem Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Staatsschauspiel Dresden und Rimini Protokoll im Rahmen des HKW-Langzeitprojekts „100 Jahre Gegenwart“. Sie wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Deutschland. Staat 1 wurde vom Goethe-Institut mitinitiiert und koproduziert.

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