Die Dreigroschenoper

von Bertolt Brecht

Musik von Kurt Weill

Regie Tina Lanik / Bühne Bettina Meyer / Kostüme Heide Kastler / Musikalische Leitung Polina Lapkovskaja
Mit Klaus Brömmelmeier, Isabelle Menke, Elisa Plüss, Jirka Zett, Fritz Fenne, Miriam Maertens, Christian Baumbach, Julian Lehr, Julia Kreusch, Miguel Abrantes Ostrowski, Johannes Hegemann, Svenja Koch, Katrija Lehmann, Lucas Riedle, Polina Lapkovskaja

Jonathan Jeremiah Peachum, Chef einer Bettlerplatte Klaus Brömmelmeier
Frau Peachum Isabelle Menke
Polly Peachum, ihre Tochter Elisa Plüss
Macheath, Chef einer Platte von Strassenbanditen Jirka Zett
Brown, Polizeichef von London Fritz Fenne
Lucy, seine Tochter Miriam Maertens
Trauerweidenwalter / Smith / Hure Christian Baumbach
Hakenfingerjakob / Bettler Julian Lehr
Spelunkenjenny, Hure Julia Kreusch
Münzmatthias / Filch / Alte Hure Miguel Abrantes Ostrowski
Sägerobert / Vixer Johannes Hegemann
Ede / Dolly Svenja Koch
Jimmy / Molly Katrija Lehmann
Pastor Kimball / Konstabler / Zweite Hure Lucas Riedle
Musikalische Leitung, Kontrabass Polina Lapkovskaja
Piano, Harmonium, Celesta Sachiko Hara
Trompete 1 Matthias Spillmann / Bernhard Schoch
Trompete 2 Raphael Kalt / Fortunat Häfliger
Sopransaxophon, Altsaxophon, Klarinette 1, Flöte, kleine Flöte, Baritonsaxophon Wanja Slavin / Otto Hirte / Oscar Velásquez
Sopransaxophon, Tenorsaxophon, Klarinette 2, Fagott Florian Egli / Thierry Kuster
Posaune, Kontrabass Lukas Reinert / Marc Roos
Gitarre, Banjo, Cello, Hawaiigitarre, Bandoneon Matthias Lincke / Désirée Senn
Percussion Zoro Babel / Thomas Büchel
 
Regie Tina Lanik
Bühne Bettina Meyer
Kostüme Heide Kastler
Musikalische Leitung Polina Lapkovskaja
Licht Frank Bittermann
Dramaturgie Gwendolyne Melchinger
Regieassistenz Clara Isabelle Dobbertin
Bühnenbildassistenz Simon Sramek
Kostümassistenz Selina Tholl
Regiehospitanz Lucia Gugerli
Stimmbildung Rea Claudia Kost, Niklaus Kost
Souffleuse Rita von Horváth
Inspizienz Michael Durrer
Theaterpädagogik Anne Britting
Theaterpädagogik Manuela Runge

Polly Peachum ist verliebt. Der allseits gefürchtete Verbrecherkönig Macheath, genannt Mackie Messer, hat ihr Herz erobert. In einem Pferdestall findet heimlich die Hochzeit statt. Nur: Pollys Vater ist kein Geringerer als der Geschäftsmann Jonathan Peachum, der aus Elend Kapital schlägt, indem er gesunde Menschen zu Bettlerkrüppeln ausstaffiert auf die Strasse schickt. Er will Mackie Messer für seine Taten an den Galgen bringen und seine Tochter dem verhängnisvollen Verhältnis entreissen. Aber er hat die Rechnung ohne Tigerbrown gemacht: Der korrupte Polizeichef ist Mackies Freund und verhilft diesem zur Flucht. Weil mit Geld aber auch alles zu kriegen ist und Frau Peachum weiss, wo sich Mackie am liebsten aufhält, muss Polly versuchen, das Blatt noch einmal zu wenden.

Brecht hat mit seiner „Dreigroschenoper“ und der Musik von Kurt Weill Weltruhm erlangt und für die Bühne eine neue Theaterform gefunden. Er entlarvt im Stück die bürgerliche Gesellschaft mit ihrer Doppelmoral genauso wie die kriminelle Verbrecherwelt mit ihrem Wunsch nach Bürgerlichkeit und Wohlstand. Beide leben von der kalten Logik des Geldes und werden vom Profit des Kapitals regiert.

„Regisseurin Tina Lanik setzt diesen Systemprofiteuren eine junge Frau entgegen, die einen Gegenentwurf zum hohlen Materialismus im Dreigroschenmilieu leben will: Polly Peachum, Tochter des Bettlerkönigs. Diese Figur ist gegenüber der Brecht/Weill-Vorlage klar aufgewertet. Elisa Plüss gibt die selbstbewusste Tochter, die ihren herzlosen Kapitalisten-Eltern (Klaus Brömmelmeier, Isabelle Menke) durchbrennt und Mackie Messers Braut wird. Sie ist als Liebende nicht halb so naiv, wie Platinblondschopf und Romantik-Outfit vermuten liessen. Bei Polly spielt die Musik (Polina Lapkovskaja, Leiterin der schön strassenmusikalisch schrammelnden Live-Combo, ist als exaktes Spiegelbild von Elisa Plüss kostümiert), sie ist die Erzählerin, eignet sich die Ballade der Seeräuberjenny an, und dass Mackie Messer seiner Muse trotz heimlicher Hochzeit rasch wieder abhandenkommt, prophezeit sich Polly selber. So realistisch, so abgebrüht ist sie längst.“ Basler Zeitung

„Grossartig ist die zehnköpfige, im Zuschauerraum vor der Bühne platzierte Musikband unter der Leitung von Paulina Lapkovskaja, die das Geschehen mit ausbalanciertem Klang und virtuosen Einzelleistungen begleitet. Glänzend ist die Schauspieler- und Ensembleleistung. Allen voran Jirka Zett als Macheath alias Mackie Messer. Grandios, wie er das infantile Machotum mit hochfahrender Larmoyanz verkörpert. Klaus Brömmelmeier spielt den zynischen Bettlerkönig Peachum berechnend kalt und arrogant, der die Regeln des Marktes definiert und das Elend der Menschen zur Ware erklärt. Die wahren „Kraftkerle“ des Abends sind die Frauen (Isabelle Menke als Peachums Ehefrau, Elisa Plüss als Peachums Tochter Polly, Miriam Maertens als Browns Tochter Lucy und Julia Kreusch als Hure Jenny). Sie demonstrieren – bei aller Begeisterung und Schwäche für Mackie Messer – mit ihren erfrischenden Auftritten den Kult der Stärke, der hinter Brechts Engagement für die Schwachen lauert.
Alles in allem, Tina Lanik hat „Die Dreigroschenoper“ mit ironischem Zugriff auf die Bühne gebracht und gezeigt, dass man Brechts Kapitalkritik – bei allem Vorbehalt – auch heute noch spielen kann. Dafür gabs am Premierenabend starken Applaus.“ seniorweb.ch

„Indem Regisseurin Tina Lanik die drei zentralen männlichen Figuren des Stücks stark unterschiedlich anlegt, zeichnet sie ein facettenreiches Bild des Bösen. In ihrem Egoismus und ihrer Rücksichtslosigkeit nämlich stehen Typen wie der korrupte Polizeichef Brown oder der Geschäftsmann Jonathan Peachum (Klaus Brömmelmeier) dem Schwerverbrecher kaum nach. Dass sie statt zu morden und zu stehlen ihr Glück in vermeintlich zivilisierteren Berufen suchen, ist allein ihrer charakterlichen Disposition geschuldet: Der eine ist fürs Gangster-Geschäft einfach zu emotional, der andere dagegen zu rational; moralische Skrupel aber kennen sie beide nicht. So weit, so gut – oder auch schlecht.“ Südkurier

„Zum Schluss kräftiger Applaus, die Saison im Schauspielhaus wird klatschend, stampfend und jubelnd eingeläutet.“ tsri.ch

Pfauen

Mi, 22 Nov 20:0023:00 Karten Einführung um 19:15
So, 26 Nov 15:0018:00 Karten Sonntag Abo A
Mi, 06 Dez 20:0023:00 Karten Einführung um 19:15
Sa, 09 Dez 20:0023:00 Karten
Mo, 18 Dez 20:0023:00 Karten
Mi, 20 Dez 20:0023:00 Karten Mittwoch Abo 5A und Abo A; with English surtitles
Mi, 27 Dez 20:0023:00 Karten

Pause nach ca. 100 Minuten

Weitere Vorstellungen im März 2018

Lubna Abukhair besucht die „Dreigroschenoper“-Premiere (aus dem Schauspielhaus-Journal September 2017)

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