Heuschrecken

von Stefan Kaegi

Uraufführung

Regie Stefan Kaegi / Bühne Dominic Huber / Musik Bo Wiget / Video Andi A. Müller
Mit Barbara Burtscher, Dr. Zakaria Farah, Lara Körte, Dr. Jörg Samietz, Bo Wiget, Andi A. Müller, 10000 Afrikanische Wanderheuschrecken

Barbara Burtscher
Dr. Zakaria Farah
Lara Körte
Dr. Jörg Samietz
Bo Wiget
Andi A. Müller
10000 Afrikanische Wanderheuschrecken
 
Regie Stefan Kaegi
Bühne Dominic Huber
Musik Bo Wiget
Video Andi A. Müller
Licht Markus Keusch
Dramaturgie Katja Hagedorn
Recherche Felizitas Amman
Heuschreckencasting Jörg Mäder
Regieassistenz Jörg Schwahlen
Bühnenbildassistenz Anja Kerschkewicz
Inspizienz Hansruedi Herrmann
Schiffbau/Box
Premiere am 19. September 2009
Koproduktion mit dem HAU Berlin

Auf der Website der Welternährungsorganisation FAO lässt sich die aktuelle Heuschreckensituation abrufen: Anzahl, Verbreitung und Wanderbewegungen der Tiere werden weltweit aufs genaueste beobachtet, um im Falle einer Schwarmbildung gegen die Heuschrecken vorzugehen und so die Hungersnöte zu verhindern, die die riesigen Schwärme in Afrika und auf anderen Kontinenten auslösen. Nach Versuchen mit Insektiziden in den sechziger Jahren, die nicht nur Heuschrecken, sondern auch Menschen und die Umwelt schädigten, setzt man chemische Mittel inzwischen behutsamer ein und forscht an biologischen Bekämpfungsmethoden. Heuschreckenplagen von biblischem Ausmass treten indes weiterhin auf: Erst im Juni 2009 frass in Somalia ein Heuschreckenschwarm 9000 Hektar Farmland kahl.

Stefan Kaegi von Rimini Protokoll beobachtet mit drei Experten aus der Zoologie, Lebensmittelchemie und Astrophysik 10000 Afrikanische Wanderheuschrecken in einem Terrarium im Schiffbau, findet Überraschendes heraus und stösst auf neue Fragen: Heuschrecken sind sesshafte Einzelgänger, nur bei Futter- und Platzmangel verändern sie ihr genetisches Programm und beginnen zu wandern. In Biomasse gerechnet gehören sie zu den Gewinnern der Evolution, ihr Chitinpanzer schützt sie vor hohen Temperaturen und Strahlungen. Im Falle einer Klimakatastrophe wären ihre Überlebenschancen gut. Selbst auf anderen Planeten könnten Heuschrecken mit ihrer geringeren Druckempfindlichkeit besser bestehen als Menschen. Wer vernichtet im Menschenreich die meisten Ressourcen und was passiert, wenn sie zu Ende gehen? Auf welchem Planeten können wir leben, wenn die Erde für uns nicht mehr bewohnbar ist? Der französische Naturforscher Buffon hat gesagt: „Gäbe es keine Tiere, wäre die Natur des Menschen noch unverständlicher.“ Was erfahren wir über uns selbst, wenn wir auf 10000 Heuschrecken schauen?

„Diese Aufführung ist nicht reine Gegenwart, sondern der Zuschauer wird Zeuge eines Prozesses in vollem Gang. Im Treibhaus wird schliesslich gestorben und gezeugt, was das Zeug hält. An schlechten Tagen sind es rund fünfzig Abgänge, erfährt man. Oder wie es Dr. Jörg Samietz witzelnd in das Lebensmotto fasst: „Live fast, die young.““ NZZ

„Viel Beifall für alle 10000 Mitwirkenden von einem beeindruckt staunenden Publikum.“ Südkurier

„Seinen besonderen Reiz bezieht die Inszenierung durch die Hauptdarsteller des Abends, die Heuschrecken.“ Zürcher Oberländer

Schiffbau/Box

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