Muttermale Fenster blau

von Sasha Marianna Salzmann

Schweizerische Erstaufführung

Regie Tobias Herzberg / Bühne Simon Sramek / Kostüme Marcus Karkhof / Musik Becky Lee Walters
Mit Nils Kahnwald, Ludwig Boettger, Lena Schwarz, Matthias Neukirch, Becky Lee Walters

Ljöscha Nils Kahnwald
Grossvater Ludwig Boettger
Lena Lena Schwarz
Leo Matthias Neukirch
Live-Musik Becky Lee Walters
 
Regie Tobias Herzberg
Bühne Simon Sramek
Kostüme Marcus Karkhof
Musik Becky Lee Walters
Licht Thomas Adam
Dramaturgie Benjamin Grosse
Regieassistenz Manon Pfrunder
Pfauen/Kammer
Premiere am 19. Mai 2017
Unterstützt vom Zürcher Theaterverein
 

Es ist Winter, irgendwo im Wald, ein Junge überrascht einen Mann mit seinem Besuch. Als er behaupte, der Mann sei sein Grossvater, reagiert dieser schroff und abweisend. Irgendwo in der Stadt: Ein Paar schirmt sich von der Aussenwelt ab. Leo ist Maler. Lena nimmt ihm den Pinsel ab und malt die Fenster dunkel. Die Suche nach Herkunft und Identität führt zu ungeahnten Begegnungen und Entdeckungen.

Die Autorin Sasha Marianna Salzmann zählt zu den wichtigsten jungen Dramatikerinnen der letzten Jahre. Für „Muttermale Fenster blau“ erhielt sie den Kleist-Förderpreis für junge Dramatik. Seit 2013 ist sie Hausautorin des Maxim Gorki Theaters Berlin.

Tobias Herzberg studierte Regie an der Theaterakademie Hamburg und an der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Alumnus des Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerks (ELES). Seine Diplominszenierung „Das Leben ein Traum“ von Calderón wurde 2014 zum Körber Studio Junge Regie eingeladen und seine Inszenierung von Katharina Hackers Stadterzählung „Tel Aviv“ war für den Kölner Theaterpreis nominiert. Weitere Arbeiten von ihm waren am Jungen Schauspiel Hannover, auf Kampnagel Hamburg oder im Studio des Maxim Gorki Theater Berlin zu sehen. Von 2014 bis 2016 war er Regieassistent am Schauspielhaus Zürich.

„Ein Schuss fällt, und der Knabe verkriecht sich wie ein wildes Tier im Wald. „Was soll ich mit dir machen?“, fragt später der Alte, der geschossen hat – auf seinen Enkel. Keine Beziehung, keine Identität ist, wie sie scheint, im Stück von Sasha Marianna Salzmann, das am Schauspielhaus Zürich seine Schweizer Erstaufführung erlebt. „Muttermale Fenster blau“ in der Regie von Tobias Herzberg erzählt von Unbehaustsein im Ungefähren. In seiner atmosphärischen Dichte sprengt es die kleine Kammer im Untergeschoss des grossen Pfauen bereits nach wenigen Minuten.
Salzmann, Hausautorin am Berliner Gorki-Theater, hat sich dem Suchspiel Identität verpflichtet. „Muttermale Fenster blau“, uraufgeführt 2012 an den Ruhrfestspielen Recklinghausen, wurde mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatik auszeichnet. Denn in der Leichthändigkeit, mit der sie Biografien andeutet, Verwandtschaften insinuiert und Wortgefechte formuliert, trifft sie ein Heute. Salzmann stellt die Frage: Was hält unsere Gesellschaft zusammen? Was wäre der Kitt? Bestimmt nicht das Konstrukt Familie, hier belastet durch eine inzestuöse Ahnung, desillusioniert ihre düstere Dystopie.“ NZZ

„Das Glück ist gleissend broncefarben. Die Realität ein Glashaus, dessen Fenster zum Schein schon mit Farbe bestrichen werden können, doch dass damit Handlungen im Verborgenen, also folgenlos bleiben, ist in Sasha Marianna Salzmanns „Muttermale Fenster blau“ aktive Verdrängung.“ P.S.

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