Das Gelübde

von Dominik Busch

Uraufführung

Regie Lily Sykes / Bühne und Kostüme Jelena Nagorni / Musik David Schwarz
Mit Christian Baumbach, Henrike Johanna Jörissen, Miriam Maertens, Milian Zerzawy

Christian Baumbach
Henrike Johanna Jörissen
Miriam Maertens
Milian Zerzawy
 
Regie Lily Sykes
Bühne und Kostüme Jelena Nagorni
Musik David Schwarz
Licht Daniel Leuenberger
Dramaturgie Irina Müller
Regieassistenz Manon Pfrunder
Kostümassistenz Marcus Karkhof
Pfauen/Kammer
Premiere am 24. November 2016
Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin
Mit freundlicher Unterstützung der Heinz und Heide Dürr Stiftung und der DT-Freunde

Tim, ein junger Arzt, fliegt zurück nach Europa, nachdem er fünf Monate in einer Krankenstation einer afrikanischen Grossstadt tätig war. Das Flugzeug, in dem er sitzt, stürzt ab. Während des Sturzflugs legt Tim ein Gelübde ab: wird er überleben, geht er für immer zurück nach Afrika. Dem Piloten gelingt eine Notwasserung und nun steht Tim vor der Entscheidung: Soll er seinem Gelübde Folge leisten oder sein altes Leben in Europa wieder aufnehmen? Der junge Schweizer Autor Dominik Busch stellt in seinem Stück in einer experimentellen Erzählform die Frage nach dem Vorhandensein einer nicht rationalen, geistigen Kraft und nach den Werten, auf deren Basis wir Entscheidungen treffen. Es ist eines der drei Gewinnerstücke der Autorentheatertage des Deutschen Theaters Berlin.

Dominik Busch, 1979 in Sarnen geboren und in Luzern aufgewachsen, studierte Germanistik und Philosophie in Zürich und Berlin sowie Musik an der Jazzschule Luzern. Seit 2002 schreibt er eigene Texte, Kurzgeschichten und Theaterstücke. 2012/13 nahm er am Dramenprozessor am Theater Winkelwiese teil, 2014 war er Stipendiat beim Forum junger Autoren im Rahmen der Biennale Wiesbaden „Neue Stücke aus Europa“. In der Saison 2015/16 war Dominik Busch Hausautor am Luzerner Theater, in der Saison 2016/17 ist er Hausautor am Theater Basel. Er lebt in Zürich.

Lily Sykes, 1984 in London geboren, arbeitet nach Assistenzen und eigenen Regiearbeiten am Schauspiel Frankfurt seit 2012 als freie Regisseurin u.a. für das Deutsche Theater Berlin, das Theater Oberhausen und das Staatstheater Darmstadt. Am Schauspielhaus Zürich war im Herbst 2014 ihre Inszenierung „Dogtooth“ nach dem Film von Giorgos Lanthimos zu sehen.

„Zumal wenn zwischen Himmel und Erde ein Flugzeug abstürzt. Da gibt‘s keine Standards; vernünftige seelische Massnahmen zur Bewältigung einer solchen Lebenskrise sind nicht vorgesehen auf dem Niveau der heutigen Flugsicherheit. Aber manchmal passiert es halt, so im Theaterstück „Das Gelübde“ des Innerschweizers Dominik Busch, einem der Gewinner an den Autorentagen des Deutschen Theaters Berlin dieses Jahr. Es passiert dem jungen Arzt Tim (Christian Baumbach), der nach ein paar Monaten medizinischen Einsatzes in Afrika auf der Reise nach Hause ist, wo er gewiss einmal Chefarzt werden, ein Haus bauen und ein Kind zeugen würde (er hat es schon gezeugt, um genau zu sein). Mit diesem Tim ist es nun so: Im Stürzen gelobt er, nach Afrika zurückzugehen fürs ganze Arztleben, das Überleben vorausgesetzt. Und er überlebt tatsächlich, und es gilt die einfache Regel: Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen. Oder gilt sie doch nicht?
Denn natürlich versuchen die Verkörperer der Vernunft (Henrike Johanna Jörissen, Miriam Maertens, Milian Zerzawy in wechselnden Rollen), Tims Gelübde aus Tims Gewissen wegzudisputieren. Und das ist dann eben die Verhandlungssache bei Dominik Busch und in der Inszenierung von Lily Sykes - auf einer abschüssigen Plattform, die sich hervorragend eignet als nie recht trittsichere Basis für exemplarische, aber durchaus lebenswarme Figuren. Mit Argumenten, die im ethischen Lot scheinen und aus dem Lot ins Hysterische kippen und sich wieder beruhigen.“ Tages-Anzeiger

„In Sykes minimalistischer Inszenierung sprechen vier Schauspieler im Chor vom Wrack eines skelettierten Flugzeugs herab. Vom Himmel herab rieselt biblischer Staub auf eine schiefe Ebene, die Orgel wummert wie beim Gottesdienst oder beim bunten Abend eines Alleinunterhalters. Der Choral „Tristis est anima mea“, die vorletzten Worte Jesu im Garten Gethsemane, stimmt auf den kommenden Opfergang ein.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

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