Die Physiker

Komödie in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt

Regie Herbert Fritsch / Bühne Herbert Fritsch / Kostüme Victoria Behr
Mit Corinna Harfouch, Wolfram Koch, Gottfried Breitfuss, Milian Zerzawy, Jean-Pierre Cornu, Friederike Wagner, Jan Bluthardt, Miriam Maertens, Lisa-Katrina Mayer, Julia Kreusch

Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd Corinna Harfouch
Herbert Georg Beutler, gen. Newton Wolfram Koch
Ernst Heinrich Ernesti, gen. Einstein Gottfried Breitfuss
Johann Wilhelm Möbius Milian Zerzawy
Kriminalinspektor Voss Jean-Pierre Cornu
Frau Missionar Lina Rose Friederike Wagner
Herr Missionar Rose/Oberpfleger Uwe Sievers Jan Bluthardt
Oberschwester Marta Boll Miriam Maertens
Krankenschwester Monika Stettler Lisa-Katrina Mayer
Krankenschwester Monika Stettler Julia Kreusch
Pfleger Michel Stuber, Joel Eggimann
Feuerwehrmann Benedict Fellmer
Adolf-Friedrich, Wilfried-Kaspar und Jörg-Lukas, ihre drei Buben Marc Baumann, Cyrill Birchler, Leandro Bärlocher, Alex Eastman, Leo Thomas
 
Regie Herbert Fritsch
Bühne Herbert Fritsch
Kostüme Victoria Behr
Licht Ginster Eheberg
Dramaturgie Sabrina Zwach
Parkour-Training Roger Widmer
Regieassistenz Barbara Falter
Bühnenbildassistenz Prisca Baumann/Dominik Freynschlag
Kostümassistenz Andrea Simeon
Praktikum Regie Clara Isabelle Dobbertin
Praktikum Bühnenbild Michelle Schuhmacher
Souffleuse Katja Weppler
Inspizienz Michael Durrer
„Planmässig vorgehende Menschen wollen ein bestimmtes Ziel erreichen. Der Zufall trifft sie dann am schlimmsten, wenn sie durch ihn das Gegenteil ihres Ziels erreichen: Das, was sie zu vermeiden suchten“, schreibt Dürrenmatt in „21 Punkte zu den Physikern“. Genauso ergeht es dem Physiker Möbius: Er hat die sogenannte Weltformel entdeckt und sich in ein Sanatorium für Geisteskranke einsperren lassen, damit seine Forschungsergebnisse nicht in falsche Hände geraten.

Die Komödie „Die Physiker“ entstand im Jahr 1961 und wurde am 20. Februar 1962 unter der Regie von Kurt Horwitz am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. 1980 überarbeitete Dürrenmatt das Theaterstück zu einer Endfassung für seine Werkausgabe. Diese ist Grundlage der Inszenierung von Herbert Fritsch am Schauspielhaus Zürich. Dürrenmatt widmete „Die Physiker“ der Schauspielerin Therese Giehse, die die Rolle der Mathilde von Zahnd bei der Uraufführung übernahm. Die Komödie spielt im Salon der Villa einer Irrenanstalt. Im Salon tummeln sich drei Patienten – zufälligerweise sind alle drei Physiker. Herrscherin der Anstalt ist Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd. Da sich in der Anstalt gerade der zweite Mord ereignet hat, ermittelt Inspektor Voss dort. Ernesti, ein Physiker, der sich für Einstein hält, hat „seine“ Krankenschwester ermordet. Zuvor mordete Newton, der zweite Physiker namens Beutler. Auch „seine“ Krankenschwester musste sterben. Während Voss über den Ermittlungen verzweifelt, kommt Frau Rose zu Besuch. Sie wiederum ist die Frau von Möbius, dem dritten Physiker, die sich gerade scheiden liess und dem Ex-Mann ihren neuen Missionars-Gatten, die mittlerweile fast erwachsenen Söhne und ihren neuen Lebensplan präsentiert: Auswandern nach den Marianen. Möbius beginnt den Irren zu spielen, um die Familie loszuwerden. „Seine“ Krankenschwester gesteht ihm daraufhin ihre Liebe und präsentiert ebenfalls einen Plan: vom gemeinsamen Leben in Freiheit. Auch Möbius erdrosselt „seine“ Schwester, Voss resigniert über den Ermittlungen. Hünengleiche Pfleger bewachen von nun an die Villa. Die Türen werden geschlossen und die Fenster vergittert. Newton gesteht daraufhin den beiden Physikerkollegen, dass er eigentlich Kilton ist und ein westlicher Spion. Daraufhin gibt Einstein zu, dass auch er nicht verrückt ist. Er heisse Eisler und auch er sei ein Spion, allerdings aus dem Osten. Zuletzt gibt auch Möbius zu, dass er nicht verrückt ist. Da er aber glaube, dass seine Forschungsergebnisse für die Menschheit verheerende Folgen hätten, sei er in die Anstalt geflohen. Ausserdem habe er, Möbius, seine Manuskripte zum Wohle der Menschheit verbrannt. Da kommt Fräulein von Zahnd ins Spiel und die Physiker müssen erkennen, dass ihre wahre Identität längst bekannt und die Herrscherin der Anstalt die wirklich Irre ist.

„Herbert Fritsch, mit seinen 62 Jahren derzeit das liebste Enfant terrible des deutschsprachigen Theaterbetriebs, hat sich mit dieser Inszenierung selbst übertroffen. Er hat sein Anti-Schlaumeier-Theater, sein Pro-Schaurausch-Theater mit grosser, ja gargantuesker Kelle angerichtet; er hat jede Sinnsuche mit Sinnlichkeit ausgebootet – und das bei einem Stück, das seine Botschaft so klar vor sich herträgt wie kaum eins.“ Tages-Anzeiger

„Ein irrer Spass, grell überzeichnet und voller akrobatischer Bravour.“ Neue Luzerner Zeitung

„Herbert Fritsch macht aus dem modernen Klassiker ein knallbuntes Lustspiel der Körperlichkeit.“ NZZ

„Auf einer Skala von „völlig durchgedreht“ bis „extrem genial“ liegt bei diesem Theatermacher beides drin, nur die ausgewogene Mitte, die meidet er wie die Pest. Auf Textdenkmalpflege wird verzichtet, auf Körpereinsatz niemals. Theater ist für Fritsch Aktion. „Wirkung erlebt man nur im Augenblick“, sagt er. Nicht mehr, nicht weniger erwartet das Publikum in Zürich.“ Basler Zeitung

„Herbert Fritsch macht Dürrenmatts „Physiker“ auf der Pfauenbühne zum brillanten, wilden Slapstick.“ Der Landbote

„Herbert Fritsch lässt die Story in einer grell-grünen Gummizelle spielen. Die Figuren in schrägen Kostümen toppt er mit seinem längst legendären absurden Körperwitz, lässt sie unentwegt gegen und über die Zellwände prallen und klettern, sich ineinander verheddern, Purzelbäume und andere Pirouetten schlagen. Ein wahres Feuerwerk an akrobatischen und mimischen Einlagen wird geboten, die immer wieder für Szenenapplaus sorgen.“ seniorweb.ch

„Fritsch nimmt Dürrenmatts Genrebezeichnung „Komödie“ beim Wort und setzt deren theatralische Energie frei. Und die ist trotz des manchmal drögen kabarettistischen schwarzen Humor Dürrenmatts beträchtlich: Die „Physiker“ als Grand-Guignol-Theater aus dem Irrenhaus, in dem Irrsinnige oder Irrsinnige spielende Geheimagenten vorgeführt werden.“ Deutschlandradio Kultur

„Fritschs Inszenierungen sind zuverlässig ein Urknall der Groteske.“ Basler Zeitung

„Da stimmt jedes Detail, jede Bewegung, jedes sie begleitende Geräusch. Und jede Besetzung. Überragend Corinna Harfouch als Dr. Zahnd: Was sie an steifer Beherrschtheit und gleichzeitig nervöser Zappelei zeigt – das ist irre, in des Wortes doppelter Bedeutung. Auch Jan Bluthardt als neuer Gatte der Frau Möbius oder als monströser Pfleger spielt beeindruckend genau. Tobender Applaus.“ St. Galler Tagblatt

„Unglaublich, was da vom Ensemble verlangt wird: Free-Climbing, Bodenturnen, Akrobatik, Breakdance ... Und unglaublich, mit wie viel Elan und sportlichem Einsatz sich alle ins Zeug legen. Geradezu spektakulär sind die drei Jungs, angeführt vom gelenkigen Oberpfleger Jan Bluthardt.“ Aargauer Zeitung

„Das eigentliche Wunder des Abends sind einmal mehr die Schauspieler. Allesamt leisten sie Grossartiges, brillieren mit enormem Körpereinsatz sowie akrobatischen und slapstickhaften Höchstleistungen.“ seniorweb.ch

„Das ist alles hervorragend und schweisstreibend gespielt, von Schauspielern wie Corinna Harfouch (Chefärztin Zahnd), Gottfried Breitfuss (Einstein mit herausstreckender Zunge), Milian Zerzawy (Möbius), Wolfram Koch (Newton) und Jean-Pierre Cornu (Kriminalinspektor), die noch in der irrsten Verrenkung grosses Format zeigen. Miriam Maertens als Oberschwester, Julia Kreusch und Susanne-Marie Wrage in schizophren gespiegelter Verdoppelung als Schwester Monika zeigen den Irrsinn der Normalität - es ist eine verrückte Welt, in der solches geschieht. Das ist ein grosser, zweistündiger Spass, den das Premierenpublikum am Samstag begeistert feierte.“ Neue Luzerner Zeitung

„Auch der Rest des Ensembles ist grandios. Corinna Harfouch ist Mathilde von Zahnd, hochtoupiert, mit gelb geschminktem Gesicht, in grünem Jungmädchenkleid. Sie irrlichtert von Pose zu Pose, ist mal spätes Mädchen mit piepsiger Kinderstimme, die ihr dann doch in den Keller verrutscht, mal Frau von Welt, zuletzt Diva in raumgreifender roter Robe. Wolfram Koch, Gottfried Breitfuss und Milian Zerzawy, in grauen Strampelanzügen, beweisen als Physiker viel stimmliche und körperliche Agilität. Das alles hat Tempo und Witz, ist präzis inszeniert und scheut auch den Kalauer nicht. „Ist das noch Frisch?“ fragt der (hinzuerfundene) Feuerwehrmann einmal verzweifelt. Es ist Dürrenmatt - brillant entsorgt.“ Die Südostschweiz

„Bei Fritsch überdeckt das Lachen das Ungeheuerliche streckenweise fast - doch grinst es dann umso fürchterlicher durch die Ritzen, wie das ganze Personal beim mitinszenierten Schlussapplaus.“ Der Landbote

Pfauen

Unterstützt von der Charlotte Kerr Dürrenmatt-Stiftung

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