Rot und Schwarz

nach dem Roman von Stendhal

Deutschsprachige Erstaufführung
Deutsch von Elisabeth Edl
Textfassung Meike Sasse und Hannes Weiler

Regie Hannes Weiler / Bühne Georg Keller / Kostüme Nina Sophie Wechsler / Video Florian Dietrich
Mit Sarah Hostettler, Klara Manzel, Sean McDonagh, Jirka Zett

Sarah Hostettler
Klara Manzel
Sean McDonagh
Jirka Zett
 
Regie Hannes Weiler
Bühne Georg Keller
Kostüme Nina Sophie Wechsler
Video Florian Dietrich
Licht Adrian Fry
Dramaturgie Meike Sasse
Regieassistenz David Koch
Pfauen/Kammer
Premiere am 18. März 2011
Unterstützt vom Zürcher Theaterverein

Stendhals 1830 veröffentlichter Roman erzählt nüchtern und illusionslos vom Aufstieg und dramatischen Fall des jungen Opportunisten Sorel sowie von seiner komplizierten Beziehung zu zwei sehr unterschiedlichen Frauen. Der Weg der Liebe wird ihm angeboten, doch er betritt ihn als Machtsuchender. Hannes Weiler, 2009 als Regieassistent ans Schauspielhaus gekommen, hat den grossen Roman für die kleine Bühne bearbeitet.

„Stendhal sah keinen Platz für seinesgleichen, und seine Wut entlud sich in einem Meisterwerk, das unverhofft zur Julirevolution 1830 erschien: „Rot und Schwarz“. Es als Zweistünder auf die Bühne zu bringen, nötigt Respekt ab. Die Schwierigkeit der Adaption zeigt sich angesichts eines 700-seitigen psychologischen Romans voller Ironie und analytischer Einfühlung. Eine Hilfe für Regisseur Hannes Weiler war die Neuübersetzung von Elisabeth Edl, die für Stendhals Stil totaler Geradlinigkeit die Entsprechung fand. Eine Bühne macht derlei noch nicht, und Georg Keller gebührt Lob für eine Szenerie, die nichts illusionistisch drapiert, aber mit sinnfälligem Klassizismus aufwartet.“ NZZ

„Regisseur Hannes Weiler hat selbst die Bühnenfassung besorgt, und es ist dem 30-jährigen Stuttgarter gelungen, den 900-seitigen Roman auf eine nicht ganz zweistündige Inszenierung einzudampfen, in der die Story ausgebreitet, grosse Szenen herausgespielt und Leitmotive herausziseliert werden.“ Tages-Anzeiger

„Wenige Requisiten, spärliches Mobiliar und historisierende Kostüme unterstreichen die theatrale Maskerade um Macht und Liebe, die Stendhal so schonungslos seziert. Was seine Zeitgenossen entsprechend verstörte. Und uns einen feinen Theaterabend beschert.“ Schweizerischer Feuilletondienst

„Man steigt gern ein in die Geschichte des Julien Sorel, der von Jirka Zett grossartig getroffen wird. Julien, einfacher Herkunft, hat ein Ziel vor Augen: den sozialen Aufstieg. Er erringt es durch Verstellung und Liebe. Erst als Hauslehrer bei Bürgermeister Rênal (witzig: Sean McDonagh) – und als Liebhaber von dessen sinnlicher Frau, der anrührenden Sarah Hostettler. Später beim Marquis de La Mole in Paris und seiner Tochter Mathilde, spitzbübisch gespielt von Klara Manzel. Julien schafft es ganz nach oben; am Ende ist der Sturz tief.“ NZZ

„Jirka Zett macht das hervorragend. Er zeichnet den Opportunisten mit schillernder Intensität und gleichzeitig überlegener Distanz, was mit Stendhals scharfer Ironie und herzloser Objektivität perfekt korrespondiert. Er verleiht der berechnenden Doppelbödigkeit seines Spiels den Charme des Glücksritters, dem nicht nur Frauen, sondern auch Männer erliegen. So zum Beispiel Mme de Rênal, elegant und hingebungsvoll gespielt von Sarah Hostettler. Mit rührendem Pathos und echter Hingabe gibt sie die liebende Frau, welche die zynische Verachtung ihres Idols nicht wahrhaben will. Als ihr Gatte, der auf Ansehen bedachte Bürgermeister von Verrière, und später, in Paris, als leicht zudringlicher Marquis de la Mole profiliert sich Sean McDonagh. Köstlich, wie er als konservativer Bourgeois über die gesellschaftlichen Folgen des Fehltritts seiner Frau und die möglichen Massnahmen seinerseits nachsinnt – eine kongeniale Umsetzung übrigens von Stendhals Stilmittel, sich reflektierend ans Publikum zu wenden. Klara Manzel als stolze Mathilde de la Mole komplettiert das feinsinnige Schauspielerquartett.“ Schweizerischer Feuilletondienst

„Mit seinem den „happy few“ gewidmeten Werk verstörte Stendhal seine Zeitgenossen. Zu grausam schien sein Blick auf die Welt. Ein Motto im Roman – „Sie verstehen es nicht, ein Herz zu rühren, ohne es zu verletzen.“ – traf auf ihn selbst zu. „Rot und Schwarz“ am Schauspielhaus rührt und verletzt; und das ist viel.“ NZZ

Pfauen/Kammer

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