Amphitryon und sein Doppelgänger

nach Heinrich von Kleist

Regie Karin Henkel / Bühne Henrike Engel / Kostüme Klaus Bruns / Musik Tomek Kolczynski / Video Moritz Hirsch
Mit Carolin Conrad, Fritz Fenne, Michael Neuenschwander, Lena Schwarz, Marie Rosa Tietjen

Carolin Conrad
Fritz Fenne
Michael Neuenschwander
Lena Schwarz
Marie Rosa Tietjen
 
Regie Karin Henkel
Bühne Henrike Engel
Kostüme Klaus Bruns
Musik Tomek Kolczynski
Licht Michel Güntert
Video Moritz Hirsch
Dramaturgie Gwendolyne Melchinger
Regieassistenz Hans-Christian Hasselmann
Bühnenbildassistenz Regula Zuber
Kostümassistenz Mitra Karimi
Regiehospitanz Anastasia Ioannidis
Souffleur János Stefan Buchwardt
Inspizienz Ralf Fuhrmann
Pfauen
Premiere am 27. September 2013
Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2014 und zum 1. Schweizer Theatertreffen 2014
2014 „Inszenierung des Jahres“ in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“

Jupiter erscheint Alkmene in Gestalt ihres Gatten Amphitryon und verführt sie. Als der echte Amphitryon zurückkehrt und Alkmene ihm von der vermeintlich gemeinsam durchlebten Nacht erzählt, bricht für ihn nicht nur eine Welt, sondern auch seine Identität zusammen. Er sieht sich durch einen Doppelgänger ersetzt, der ihm mehr zu entsprechen scheint, als er selbst: In dieser radikalen Komödie weiss letztlich niemand mehr, wer er ist.

„Stupend, wie es Henkel und ihrem kleinen Ensemble gelingt, Kleist als einen Visionär zu zeigen, der die Tragikomödie des Identitätsklaus erahnte – lange vor dem Aufkommen der gottgleichen Technologie, der strukturellen Voraussetzung dazu.“ Nachtkritik.de

„Karin Henkel sampelt aus dem Rohstoff der Vorlage ein menschliches Spiegelkabinett der Klone, das reichlich Spektakel und Witz zeitigt, die Lachmuskeln kitzelt und, dies der kluge Clou, uns Zuschauer in ähnliche Zweifel versetzt wie die Figuren des Stücks. Wer ist wer? Und welches Ich bin ich?“ NZZ

„Die Fragen nach Identität und Individualität treiben die 43-jährige Kölner Regisseurin um, die das Stück von Heinrich von Kleist aus dem Jahr 1803 nun schon zum zweiten Mal angegangen ist. Damals, vor sechs Jahren in Düsseldorf, kippte die Tragikomödie am Schluss ins Dunkle hinein, diesmal ist sie von Anfang an schwarz wie die Nacht: schwarz wie der Humor des Verwechslungsdramas und schwarz wie seine Verzweiflungen. So wurde wahnsinnig viel gelacht am Freitagabend im Parkett, dann wieder hielten alle die Luft an, und als alles vorbei war, explodierten die „Bravo, bravo!“-Rufe.“ Tages-Anzeiger

„Das Stück bleibt unterhaltsam, ja auch berührend, bis zuletzt. Das verdankt es nicht nur einem präzis getakteten Ablauf, in dem auf zwei Bühnengeschossen fünf Darsteller in alle Rollen schlüpfen. Sondern auch dem trotz erforderter Exaktheit wunderbar ungezwungenen Spiel der Schauspieler, unter welchen Michael Neuenschwander als Amphitryon und Lena Schwarz als Alkmene herausstechen. Das Premierenpublikum bedankte sich mit kräftigem Applaus.“ SonntagsZeitung

„Ein göttliches Vergnügen ist dieses präzis inszenierte Chaos. Frische Situationskomik lässt Kleists Sätze in neuen Doppeldeutungen glänzen. Der Spass, den die Schauspieler haben, überträgt sich aufs Publikum. Selten wurde im Pfauen so oft, so herzhaft gelacht.“ Aargauer Zeitung

„Kleist ist nicht der Prophet der Klone und virtuellen Avatare von heute: Die „Gehirnverrückung“ war für ihn ein erkenntnisphilosophisches Problem, eine Krise des Subjekts, eine Frage der Liebe. Durch Henkels Doppler-Effekte und Doppelgängermotive gewinnt das alte Stück tatsächlich eine neue Dimension: Man sieht Kleist quasi mit der 3D-Brille, verschwommen, aber auch mit räumlicher und zeitlicher Tiefenschärfe. Die Spielfreude der Akteure scheint jedenfalls verdoppelt, nicht gebrochen.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Über all dem Witz und unendlichen Einfallsreichtum geht aber auch der Ernst des Stückes nicht verloren. Karin Henkel vermeidet alle platten Verweise auf die Aktualität, die in Zeiten von falschen Social-Media-Accounts, allen Varianten von Second-Life oder Ausspähen von Identitäten im Netz nahe gelegen hätten.“ St. Galler Tagblatt

„Der hinreissende Michael Neuenschwander ist am Ende der bodenständige Kriegsheld, man erkennt in ihm Amphitryon, da kann er in andere Kleider schlüpfen und Etiketten tauschen, so viel er will. Fritz Fennes Jupiter sitzt ihm ebenso in den immer tanzbereiten langen Beinen wie in der eitlen Argumentation, die ihm immer wieder auf die Zunge kriecht. Tietjen und Conrad sind unermüdlich, die beiden Frauen sprechen, springen und wechseln Kostüme mit einem Tempo, das einem den Atem verschlägt – der Inszenierung so inbrünstig dienstbar, wie es Sosias und Charis dem Königspaar sind. Und mit Lena Schwarzs beherzt verzweifelnder Alkmene bekommt der Zürcher „Amphitryon“ auch jene tragische Tiefe, ohne die das kurze intensive Stück kein echter „Amphitryon“ wäre. Ach!“ Nachtkritik.de

„Henkel inszeniert ein Spiel der Täuschung und des Selbstbetrugs mit leichter Hand und klarem Blick für Charaktere und Situationen, angereichert mit vielen kleinen listigen Einfällen. Kleists Geschichte, geschickt gerafft auf hundert Minuten, mit ihren für heutige Hörgewohnheiten durchaus schwierigen Dialogen kommt leicht und höchst unterhaltsam daher, ohne die Tiefen des Stücks zu verraten. Alle fünf Schauspieler glänzen mit einer wunderbaren Ensembleleistung. Alle spielen brillant, schlüpfen unentwegt in andere Kleider und Rollen, parlieren vieldeutig und mit anrührender Leichtigkeit.“ seniorweb.ch

„Henkel hat mit ihrer Nach-Kleist-Version und dem lustvoll aufspielenden Ensemble virtuoses Lustspieltheater gemacht. Dafür gab es stürmische Bravorufe.“ Basler Zeitung

„Das Regieregister mit der Zwei- und Mehrdeutigkeit beherrscht Henkel meisterlich. Ihr zur Seite steht ein wunderbar spielfreudiges Team von drei Schauspielerinnen und zwei Schauspielern.“ theaterkritik.ch

„Kurz: ein insgesamt so stimmiger Theaterabend, dass das Premierenpublikum am Freitagabend ganz aus dem Häuschen war beim Schlussapplaus.“ Der Landbote

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