Edgar Allan Poe – A Dream Within a Dream

Uraufführung

Regie Barbara Frey / Raum und Kostüme Penelope Wehrli / Musik Fritz Hauser
Mit Robert Hunger-Bühler, Fritz Hauser

Robert Hunger-Bühler
Fritz Hauser
 
Regie Barbara Frey
Raum und Kostüme Penelope Wehrli
Musik Fritz Hauser
Licht Rainer Küng
Dramaturgie Lukas Bärfuss
Regieassistenz Jörg Schwahlen
Bühnenbildassistenz Anja Kerschkewicz
Soufflage Gabriele Seifert
Inspizienz Michael Durrer
Schiffbau/Box
Premiere am 18. Dezember 2010

Edgar Allan Poe hat den modernen Detektivroman erfunden, seine traumverlorenen, pittoresken Welten haben den Symbolisten und Surrealisten den Weg gewiesen. Der Mensch Poe jedoch taumelte von Katastrophe zu Katastrophe, magisch angezogen von jenen Abgründen, die er so kunstvoll beschrieb. Diese Spannung zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Kontrolle und Hingabe ist der Ausgangspunkt für den musikalischen Abend „A Dream Within a Dream“, bei dem Barbara Frey ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Schlagzeuger Fritz Hauser („Trommel mit Mann“) fortsetzt.

„Ein kleiner Abend in der Schiffbau-Box, eine Petitesse – aber was für eine! Eine Annäherung an das Unheimliche, ohne im Mindesten gruselig zu tun, ohne es irgendwie an der Oberfläche beschwören zu wollen. Drei kurze Texte von Edgar Allan Poe, ein Schauspieler, ein Schlagzeuger, und ein Bühnenbild, das sich erst unmerklich, dann unerbittlich zum dunklen Spiegel verwandelt.“ Nachtkritik.de

„Kurz, gerade siebzig Minuten, dauert auch dieser „Traum in einem Traum“, den die Regisseurin und Intendantin des Schauspielhauses Zürich zusammen mit Penelope Wehrli (Ausstattung), Rainer Küng (Licht), Fritz Hauser (Musik) und Robert Hunger-Bühler zu unwirklicher Wirklichkeit erweckt. Wie soll man das aparte Wunderding nennen? Klangskulptur vielleicht – wobei dank dem schauspielerischen Element durchaus Dramatik aufkommt. Es geht aber nie darum, etwas zu illustrieren, weder die Biografie Poes noch sein Œuvre. Drei Fragmente daraus, Teile von Erzählungen, verwendet das Stück; Hunger-Bühler spricht sie so leise, klar und eindringlich, dass der Text einerseits zum Bild wird, anderseits zu Sprachmusik von schmeichlerischer Neutralität.“ NZZ

„Diese Erfahrung geschärfter und verblüffter Wahrnehmung machen den 70-minütigen Abend so einzigartig. Klang- und Lichtstimmungen treffen die mysteriösen Zustände, die Poe beschreibt, unmittelbar und beeindruckend. Sie machen etwas von der Kälte und Zerbrechlichkeit, den Ahnungen und Sehnsüchten seiner unheimlichen inneren Welten erlebbar.“ Theater der Zeit

„„A Dream Within a Dream“, der Edgar-Allan-Poe-Abend von Barbara Frey, beginnt so behutsam, als trüge die Regisseurin ein Tablett mit Meissner Porzellan durch die Box im Schiffbau. Aber das Zerbrechlichste in Poes Geschichten sind die Nerven ihrer angeschlagenen Figuren. Sie zucken zusammen, wenns raschelt, sie hören – wie der Mörder in „Das verräterische Herz“ sagt – „alle Dinge im Himmel und auf der Erde“. Und „viele Dinge in der Hölle“. Sie sehen Geister, wo andere blind sind, und in ihnen toben Dämonen, die andere im Zaum halten – die der Wut, der Angst, der Rache. Das ist grosses Drama im allerkleinsten Kino – im Kopf.“ Tages-Anzeiger

„Grossartig ist das Spiel von Robert Hunger-Bühler, wenn er sich schlängelnd über die Bühne bewegt, verträumt und erstarrt Poes Geschichten rezitiert oder spitzbübisch den wirbligen Musikus Fritz Hauser nachäfft.“ Zürcher Landzeitung

„Mit dem Ernst eines verdoppelten Buster Keaton schlagen, schütteln, schrappen die beiden Herren am Tisch ihre Perkussionsinstrumente, auch der Zylinder ist eine Membran und kann mit der Kleiderbürste gestrichen werden; mit der Aufmerksamkeit einer jagenden Katze verfolgt Hunger-Bühler die Luftwirbel Fritz Hausers. Und aus den Ecken löst sich langsam und zäh eine viskose schwarze Flüssigkeit, glänzend und abgründig, und erobert Millimeter für Millimeter den Boden unter den Füßen. Bis die beiden Herren im Zylinder vollständig umgeben sind vom dunklen Meer des "nie zu enthüllenden Geheimnisses" und in einem ganz und gar surrealen rosa Licht schweben, im luftleeren Raum, über dem schwarzen Spiegel der Seele.“ Nachtkritik.de

„Am schönsten und schaurigsten aber, sinnlich und samtpfotig wie ein Duft, ist das Bühnenbild von Penelope Wehrli. Unmerklich kriecht eine Flüssigkeit Szene um Szene näher, schliesst den Schreibtisch und die düsteren Herren ein; zitiert „Feeneiland“ und „Die Grube und das Pendel“ zugleich. Stille.“ Tages-Anzeiger

Schiffbau/Box

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