Wie es euch gefällt

von William Shakespeare

nach der Übersetzung von Jürgen Gosch und Angela Schanelec

Regie Sebastian Nübling / Bühne/Kostüme Muriel Gerstner / Musik Lars Wittershagen
Mit Ludwig Boettger, Christian Baumbach, Milian Zerzawy, Patrick Güldenberg, Katharina Schüttler, Franziska Machens, Markus Scheumann, Lukas Holzhausen, Jan Bluthardt, Isabelle Menke, Susanne-Marie Wrage

Adam, Diener bei Oliver und Orlando/Le Beau, Diener bei Herzog Frederick/Corin, ein Schäfer Ludwig Boettger
Orlando Christian Baumbach
Oliver, Orlandos Bruder/William, Höfling in der Verbannung Milian Zerzawy
Charles, der Ringer/Silvius, ein Schäfer Patrick Güldenberg
Celia Katharina Schüttler
Rosalinde Franziska Machens
Touchstone, der Narr Markus Scheumann
Herzog Frederick am Hof/Herzog Ferdinand in der Verbannung Lukas Holzhausen
Jaques, der Melancholiker Jan Bluthardt
Audrey, ein Ziegenmädchen Isabelle Menke
Phoebe, eine Schäferin Susanne-Marie Wrage
 
Regie Sebastian Nübling
Bühne/Kostüme Muriel Gerstner
Musik Lars Wittershagen
Licht Rainer Küng
Dramaturgie Katja Hagedorn
Regieassistenz Marco Dahinden
Bühnenbildassistenz Anja Kerschkewicz/Michela Flück
Kostümassistenz Reto Keiser
Regiehospitanz Cosima Frei/Lea Schregenberger
Bühnenbildhospitanz Janis Labhart
Kostümhospitanz Noelle Brühwiller
Souffleuse Susi Saussenthaler
Inspizienz Ralf Fuhrmann
Pfauen
Premiere am 27. Oktober 2012

Am Anfang steht die korrupte Welt des Hofes, am Ende ein Fest der Liebe und Versöhnung – dazwischen liegt Shakespeares berühmter Wald von Arden, in dem seine Liebenden, Ziegenmädchen und Hofleute einander verführen und verschmähen, miteinander philosophieren und streiten, sich selbst verlieren und wiederfinden. In der Komödie „Wie es euch gefällt“ (1599) sind alle Themen des grossen Dramatikers auf meisterhafte Weise miteinander verwoben. Regie führte Sebastian Nübling – von ihm waren in Zürich zuletzt „S A N D“, „Ödipus und seine Kinder“ und „Der Revisor“ zu sehen.

„Drei Stunden Spass, tolle Komödiantik, Rhythmus, Spiellust, physische Verve.“ NZZ

„„Wie es euch gefällt“ ist in Zürich eine veritable Genderstudie. Eine höchst ironische und deshalb über die Massen vergnügliche.“ Badische Zeitung

„Der grossartige Kraftmeiereien-Choreograf Nübling („I Furiosi“, „Punk Rock“, „S A N D“) schüttelt aus Shakespeares Steilvorlage „Wie es euch gefällt“ (1599) die entsprechenden Töne, vom orgiastischen „Aah, Aaah, Aaaah!“ übers irritierte „Iiiiih!“ bis zum retirierenden „Äaaaah“. So entsteht eine Partitur aus gedrechseltem, elisabethanischen Witz und flegelhaften Urlauten, ein streng kontrapunktisch komponiertes Konzert.“ Tages-Anzeiger

„Albtraumhafter Realismus, mit viel Ungefährem, das präziser nicht gezeichnet sein könnte. Mit der Theater-Rarität Katharina Schüttler, die statt zu sprechen jubiliert. Und mit einem grossartigen Touchstone als melancholischem Clown, der über die Wurzeln vom Baum der Erkenntnis stolpert. Auch das ein schönes Bild für das Theater.“ Die Welt

„Mehr als eine Genderstudie macht Sebastian Nübling aus dem Abend einen langen und immer wieder auch sehr komischen Slapstick über das, was man Geschlechteridentität nennt. Denn die gibt es hier von Anfang an nur in hochkomischen Imitationen. So ist bereits der erste Auftritt von Celia und Rosalinde hinreissend, als die beiden mädchenhaften Freundinnen in Faltenröckchen dastehen, Verführungsposen üben und damit ja auch schon die aparte Darstellung des eigenen Geschlechts. Wie Franziska Machens aus ihrer Rosalinde dann sofort alles Mädchenhafte austreibt, sobald sie als Ganymed durch den Wald geht, als Mann nun mehr Frau als je zuvor, das ist grossartig auf den Punkt gespielt. Die Regie nimmt sich aber nicht nur jede erdenkliche Freiheit, wenn es darum geht, das Liebeskarussell am Quietschen zu halten. Sie vertraut handkehrum voll und ganz der vielleicht grössten Unglaubwürdigkeit, die dieses Stück zu bieten hat. Der Tatsache nämlich, dass hier alle geistreich, schnell, ja vollkommen brillant über die Liebe zu reden in der Lage sind. Nübling stellt sie alle aus, die schlagfertigen Streitgespräche, die misanthropischen Monologe wie auch die hingeschnippten Merksätze. Hier ist der Abend ganz bei Shakespeare – und beim bestechend aufspielenden Ensemble, dem kein beiläufiger Sarkasmus des 400-jährigen Textes zu entgehen scheint, kein persiflierender Unterton und keine liebevolle Ironie für den Pathos der Liebenden.“ Nachtkritik.de

„Der Herzog ist hektisch (Lukas Holzhausen), der knuddelige Orlando (Christian Baumbach) markiert die Gegend mit seinen Liebesversen, die alle auf „-inde“ reimen – finde, geschwinde, Rosalinde. Die Angebetete selber, verkleidet als Jüngling Ganymed (Franziska Machens), ist ganz harte Schale, fadentiefer Liebeskern und ihre Freundin Celia hübsch schnippisch (Katharina Schüttler). Verzagt sucht der schüchterne Schäfer Silvius seine unwillige Phoebe: Patrik Güldenberg stolpert ihr mit brechender Stimme nach, sie vergrault ihn nach Kräften und „von Herzen finster“ (Susanne-Marie Wrage). Und der Melancholiker Jaques vertreibt sich die Zeit mit herzzerreissendem Balladengesang, Annie Ross, „To Hell With Love“: Bei Jan Bluthardt ist's von betäubendem Weltschmerz. Sie geben dem Affen Zucker, es ist das reinste, vergnüglichste Komödienspiel, handfest, aber nicht vulgär, auch einmal ganz sec wie bei Markus Scheumann als Touchstone, dem Narren: sehr unterspielt, sehr lakonisch, wunderbar. Sebastian Nüblings Inszenierung ist ganz Körper, ganz Bewegung, von Anfang an auf hundert Touren.“ NZZ

„Bei aller artistischen und pantomimischen Virtuosität – sah man je einen so rasant himmelstürmenden Geschlechtsakt wie den zwischen Katharina Schüttler und Milian Zerzawy –: Die Rechnung ist nicht ohne Shakespeares Sprache zu machen. Es ist in seinen Komödien ja so, dass es die Sprache selbst ist, die inszeniert wird. Sie ist – in diesen unglaublich raffinierten Wortspielen und schwindelerregend gescheiten und schlagfertigen Dialogen – der Hauptakteur des Geschehens. Man muss sie sich austoben lassen wie die Figuren selbst. Und Sebastian Nübling kriegt das tatsächlich hin: den überbordenden Aktionismus seiner Figuren – Markus Scheumann nimmt es am Ende zwecks phallischer Selbstüberhöhung sogar mit dem ganzen Baum auf – mit den hintersinnigen, gelegentlich philosophisch abgründigen Versen Shakespeares in eine tragfähige Balance zu bringen.“ Badische Zeitung

„„Wie es euch gefällt“, oder: Wie hätten Sie's denn gern? Indem Sebastian Nübling homoerotische, autosexuelle und sado-masochistische Spielarten der Liebe zeigt, holt er an die Oberfläche, was bei Shakespeare anspielungsreich angelegt ist. Er tut es dezent und mit präzisem Witz, und er hat ein Ensemble, das mitgeht – sei es in die selbstverliebte Rockstarlarmoyanz, mit der Jan Bluthardt seinen Jacques die Liebe in die Hölle wünschen lässt, sei es die Hochleistungsgymnastik, mit der Katharina Schüttler als Celia und Milian Zerzawy als Oliver eine brüllend komische Sexszene geben.“ Nachtkritik.de

„Elf tolle Schauspieler stehen auf der Bühne, spielen teils Doppelrollen, jeder mit eigenem Charakter – sei es nun Ludwig Boettger als alter Diener oder Isabelle Menke als Schäferin. Aber wie eben doch alles am Duo Rosalinde und Celia hängt, sich um die beiden dreht, ist prächtig – und logisch: Franziska Machens spielt als Rosalinde/Ganymed die kühle Lenkerin perfekt. Aber Katharina Schüttler ist als Celia geradezu der Katalysator der Aufführung: Wenn sie hochspringt, tanzt die Bühne mit, wenn sie in den Apfel beisst, entsteht eine wilde Fressorgie.“ Aargauer Zeitung

„Wenn es einen Gott der armseligen Scherze gibt, dann hat er in Markus Scheumann seinen Meister gefunden. Dieser Touchstone trägt unter der gouvernantenhaften Tarnung alle ausgeleierten Possen dieser Welt spazieren. In einem fulminant gelangweilten Anti-Solo lüftet Scheumann den Rock und lässt ein „Feuerwerk der guten Laune“ raus. Also lauter Blindgänger. Ob Touchstone ein Narr ist oder eine Null, bleibt offen. So wenig Humor muss man sich auf der Bühne erst einmal zutrauen – und ihn dann noch so herzhaft ausspielen wie Markus Scheumann.“ Basler Zeitung

„Bei ihm darf alles gross sein: die Schuhe, das Maul und der Spielstil. Ballermann für Markus Scheumann und ein Fest für uns.“ Tages-Anzeiger

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