Der Schalter

von Jean Tardieu

Regie Anca Munteanu Rimnic / Bühne Anca Munteanu Rimnic / Bühne Jan von Borstel / Kostüme Jacqueline Ziesmer / Musik Anca Munteanu Rimnic / Musik Arno Kraehahn
Mit Franz Beil, Isabelle Menke, Siggi Schwientek

Der Kunde Franz Beil
Die Kundin Isabelle Menke
Der Beamte Siggi Schwientek
Der Junge Äneas Humm
Die Tanzgruppe Lady-Tanz (Leitung Helen Rüegg)
 
Regie Anca Munteanu Rimnic
Bühne Anca Munteanu Rimnic
Bühne Jan von Borstel
Kostüme Jacqueline Ziesmer
Musik Anca Munteanu Rimnic
Musik Arno Kraehahn
Licht Adrian Fry
Dramaturgie Yvonne Gebauer
Regieassistenz Simone Karpf
Praktikum Bühnenbild Prisca Baumann
Soufflage Eva-Maria Krainz
Pfauen/Kammer
Premiere am 19. November 2010

In Jean Tardieus kleinem Meisterwerk des absurden Theaters betritt ein Kunde ein Auskunftsbüro. Doch statt einer Auskunft erhält er einen unfreiwilligen Einblick in die kafkaesken Untiefen der Bürokratie, des Zugverkehrs und einer durchaus persönlich zu nehmenden Schicksalhaftigkeit des Seins. Die Regisseurin, Künstlerin und Performerin Anca Munteanu Rimnic widmete sich dem Kosmos von Tardieu und erweiterte ihn um eigene Texte und Bilder.

„„Der Schalter" in der Inszenierung von Anca Munteanu Rimnic lebt vom subtilen Zusammenspiel zwischen kleinen Marotten und grossen Fragen. Hier die schnuckeligen Vogelfiguren, die der Beamte anfänglich aus dem Inneren seines Pultes zaubert, oder die kongolesische Schöpfungsgeschichte vom Riesen Bunbu, der die Welt kotzt. Und da die quängelnden Fragen des Kunden nach seinem Schicksal. Der Befund ist für ihn niederschmetternd. „Sie sind nicht mehr hier, noch anderswo. Sie sind nirgendwo!" Der biedere, aufrichtige Kunde unterwirft sich dem tiefsinnigen Wörterstaub des Beamten und vollzieht dessen Orakel mit seinem Abgang. „So ist das mit den Menschen, niedlich ist das nicht." Munkelt die Baronin. Und das Publikum hat für 90 Minuten etwas zu lachen.“ Nachtkritik.de

„Und – welch ein Wunder! – hat man erst mal akzeptiert, dass hier nichts Sinn ergeben muss, seinen Widerstand bezwungen, artig Bezüge zu suchen und zu finden, wo keine sind: Dann lacht man einfach, als wäre das alles ein Riesenvergnügen. Sieht man den Darstellern beim Leben zu, mitsamt seinen verdammt vertrauten, banalen Wiederholungen. Amüsiert sich über die paarweisen Verrenkungen von Kunde und Kundin, die an Erwin Wurms Menschenskulpturen erinnern oder an die Groteske, die der Beobachtung eines Geschlechtsaktes eigen ist.“ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

„Man hätte sich keinen besseren Schauspieler für die Rolle des Beamten als Siggi Schwientek vorstellen können. Skurril ist es, wenn seine Stimme aus dem Off ertönt und „Pizza, Pizza“ krächzt. Die aus Rumänien stammende und in Berlin wohnhafte Regisseurin Anca Munteanu Rimnic stellt neben Schwientek und Beil Isabelle Menke; sie hat Tardieus Vorlage um die Rolle der Baronin von Z. erweitert. Die Figur ist entliehen aus Tardieus „Ball auf dem Schloss“. Das Hin und Her zwischen grossen Fragen und kleinen Neurosen macht den Charme dieser skurrilen Inszenierung aus.“ NZZ

„Die absurde Leichtigkeit dieses Stoffes stellt höchste Ansprüche an die Schauspielerinnen und Schauspieler. Die Rolle des Beamten ist Siggi Schwientek dabei wie auf den Leib geschrieben. In Kleidung und Gebaren leicht verwittert und verbittert, glückt ihm die Balance zwischen grimmiger Pedanterie und linkischer Verträumtheit glänzend - zum Vergnügen des Publikums. Zum einen schroff, wie es sich gehört, schmilzt er im Handumdrehen unter valentinesken Verrenkungen dahin, wenn er eine gewisse Madame Rose Plouvoir, Modistin, beschreibt. Er ist das Medium, das die fragile Ordnung aufrecht erhält und zugleich durchbricht.“ Nachtkritik.de

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