Meet Your Enemy

Ein Disputations-Marathon zum Zwingli-Jahr
ZH-REFORMATION.CH

 

Im Januar 1523 drängten 600 Menschen in den Ratssaal am Limmatquai und hielten die erste Zürcher Disputation als hitzigen Diskussions-Marathon. Sie wurde zum Wendepunkt der Zürcher Reformation. Knapp 500 Jahre später drängt der Populismus in der Zwinglistadt den Diskurs, den Streit und die Argumentation vom Platz. Wie beleben wir unseren öffentlichen Raum neu? Am 20. und 21. Januar werden aus Feinden Gegner. Ein Wochenende lang haben Zürcherinnen und Zürcher die Gelegenheit, Mitmenschen, deren Meinung sie nicht teilen, zu einem Blind Date zu treffen.

Sie möchten einen Befürworter der Frauenquote mit Argumenten besiegen? Mit einer Unterstützerin von Kultursubventionen die Kunst des Streitdialogs erproben oder einem Gegner ethischen Konsums leibhaftig begegnen, statt ihn digital zu verdammen? Aus der untenstehenden Liste wählen Sie diejenigen Themen aus, über die Sie in einem der drei Veranstaltungsblöcke (Sa, 20. Januar, 16:00 bis 18:30 / 19:30 bis 22:00; So, 21. Januar, 12:00 bis 15:00) diskutieren möchten, und wir finden für Sie unter den anderen Teilnehmern den passenden Gegner oder die passende Gegnerin. Pro Veranstaltungsblock können Sie an bis zu fünf Gesprächen à 20 Minuten teilnehmen und an einem von 50 Tischen in einer Atmosphäre zwischen Restaurant und Spielhalle Auge in Auge mit Ihrem Feind disputieren. Unser Ensemble nimmt Sie in Empfang und umsorgt Sie, während Diskussions-Coaches beratend zur Seite stehen. In einer Lounge können Sie sich entspannen oder weiterreden, Gratisdrinks sind garantiert. Ein Hoch auf die Diskussionskultur!

Wenn Sie die Tickets online kaufen, erhalten Sie die Unterlagen zur Themenwahl per Mail mit Ihrer Buchungsbestätigung zugeschickt.
 

Themen

Ethischer Konsum – eine Sache des Konsumenten?  JA – NEIN
Fleischverzehr, Flugverkehr, Kleiderkauf: wer konsumiert nimmt oft auch die Ausbeutung von Mensch und Umwelt in Kauf. Wer hat die Verantwortung zu übernehmen? Der Konsument bei der Kaufentscheidung? Oder sollte der Staat die Konzerne entsprechend regulieren – wie es die Konzernverantwortungsinitiative vorschlägt?
 
Europaallee statt Quartierkneipe? JA – NEIN
Die Gentrifizierung an der Langstrasse schreitet voran. Kleine Läden können sich die Miete nicht mehr leisten. Soll das Feld den neuen Investoren überlassen werden?
 
Kultursubventionen kürzen? JA – NEIN
Staatliche Kultursubventionen sind ein wichtiges Mittel, die Freiheit und Vielfalt der Kunst zu garantieren. Oder sollen sie abgeschafft und Kulturschaffende stärker in die ökonomische Verantwortung genommen werden?
 
Ist die Schweizer Identität in Gefahr? JA – NEIN
Wie ernst ist die Sorge um Überfremdung in der Schweiz zu nehmen? Wankt die kulturelle Identität?
 
Sind Studiengebühren nötig? JA – NEIN
Wer nach dem Abschluss als Akademiker von einem höheren Gehalt profitiert, soll einen Teil der Kosten seiner oft teuren Ausbildung selbst tragen. Oder fördern die Studiengebühren soziale Ungleichheit, indem sie die Finanzierung eines Studiums erschweren oder unmöglich machen? 
 
No Billag Initiative unterstützen? JA – NEIN
Unabhängige Medien fördern und ermöglichen eine demokratische öffentliche Debatte. Durch Rundfunkgebühren werden sie vor finanzieller Abhängigkeit und parteipolitischer Einflussnahme geschützt. Oder kommt die Finanzierung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks einer ungerechtfertigten Subvention gleich und ist nicht mehr haltbar? 
 
Sollen nach 10 Jahren alle abstimmen dürfen? JA – NEIN
Wer darf in der Schweiz an Abstimmungen teilnehmen? Liegt die Entscheidung bei Menschen, die hier leben, oder bei Schweizer Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern?
 
Soll eine verpflichtende Frauenquote eingeführt werden? JA – NEIN
Frauen sind in der Schweiz nach wie vor in wichtigen Gremien unterrepräsentiert. Eine vorgegebene Frauenquote könnte dies korrigieren. Oder müssen führende Positionen frei von Geschlechterquoten rein nach beruflicher Qualifikation besetzt werden? 
 
Kann man mit Rechten reden? JA – NEIN
Soll man rechtsextremen Meinungsträgern eine öffentliche Plattform geben oder sie sie aus der öffentlichen Debatte weitgehend verbannen?
 
Braucht die Schweiz den Euro? JA – NEIN
Die Entscheidung, der Europäischen Währungsunion nicht beizutreten, war richtig. Oder wäre die Einführung des Euro sinnvoller?
 
Ist eine Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit noch sinnvoll? JA – NEIN
In Skandinavien wurden Unisex-Toiletten eingeführt, in Deutschland hat man mit der Etablierung des „Dritten Geschlechts“ einen Etappensieg errungen. Soll auch die Schweiz durch die Aufhebung der Geschlechtertrennung (auf öffentlichen Toiletten etc.) ein Zeichen setzen?
 
Frauen sind die besseren Eltern. JA – NEIN
Sollte die Mutter in der Kindererziehung die grössere Verantwortung tragen und in dieser Rolle staatlich gefördert werden? Oder soll Männern gleichermassen Erziehungsurlaub ermöglicht werden?
 
Bezahlbarer Wohnraum – auch in der Innenstadt? JA – NEIN
Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum verschiebt das gesellschaftliche Leben an die Peripherien und erzeugt eine museal-ökonomisierte Innenstadt. Günstige Stadtwohnungen und Regulierung der Mietpreise müssen entgegenwirken. Oder soll der Markt es regeln?
 
Brauchen wir mehr Maturanden? JA – NEIN
Ein Grossteil der Bevölkerung ist der Ansicht, dass die Zahl der Maturanden gerade richtig ist. Andererseits sind wir nicht in der Lage, den Bedarf an Akademikerinnen und Akademikern zu decken. Brauchen wir mehr Maturandinnen?
 
Sind Konfessionen noch zeitgemäss? JA – NEIN
Bevor eine Verständigung zwischen den Religionen geschehen kann, muss die Spaltung des Christentums in Konfessionen überwunden werden. Oder bietet gerade eine ausdifferenzierte Religionsgemeinschaft die Voraussetzung für den interreligiösen Dialog?
 

Schiffbau/Halle

Sa, 20 Jan 16:0018:30 Karten
Sa, 20 Jan 19:3022:00 Karten
So, 21 Jan 12:0015:00 Karten

Die Unterlagen zur Themenwahl finden Sie auch hier zum Download als pdf-Datei.

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